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Christoph Wagner's Weblog
17.03.05 @ 11:15
Gast + Wirt
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Ist ein guter Wirt ein geborener Gast, der aus schierer Liebe zu seinesgleichen zum Gastfreund wurde?
Oder ist ein guter Gast ein verhinderter Wirt, der dafür Trost im Wirtshaus sucht?
Oder was ist eigentlich ein Gast? Und was ein Wirt? Des einen Freund oder des anderen Feind? Hund und Katz? Ein Herz und eine Seele?
Eine schwierige Frage, aber hoffentlich etwas leichter zu beantworten als jene nach dem Geschmack Gottes.
Wobei sich natürlich die Frage aufdrängt, ob Gott eigentlich unser Wirt oder, wie es in der Messe heißt, „Herr Jesus unser Gast” ist.
Darauf erwarte ich mir allerdings keine Antwort. Wir befinden uns schließlich, wie es AB einmal weitblickend formuliert hat, auf einer „Freizeitseite.”
8 Kommentare | Kommentar abgeben
membaer, 18.03.05 @ 15:21
Symbiose
Na die Beziehung zwischen Gast und Wirt und Wirt und Gast und Wirt-Gast und Wirt und Gast-Wirt (nicht zu verwechseln mit Gastwirt) und Gast scheint mir in jeder Kombination eine sehr symbiontische zu sein! Der eine braucht den anderen und kann nicht ohne selbigen. Diese Abhängigkeit sollte dann schon eine gewisse Sympathie und Bemühen für die jeweils andere Partei hervorbringen. Wobei es doch eine Einschränkung in der Hinsicht gibt, dass viele Wirte öfters Gast sind als viele Gäste Wirte; demnach haben die Wirte einen gewissen Vorteil gegenüber den Gästen, da sie eher die Wünsche beider Seiten verstehen als die Gäste.
Ergo würde ich (an den Gutmenschen glaubend) behaupten, es gibt mehr gute Wirte als gute Gäste. "Gasthaus: Zum guten (W)Hirten"?!
Apropo: Interessant scheint mir auch die Wahl der Wirtsleut, wie sie ihre Stube benennen: "Wirtshaus" oder "Gasthaus". Muss ich als Gast eines Wirtshauses damit rechnen, dass der Wirt dort das Regiment führt, da er seine Lokalität sonst Gasthaus genannt hätte ;-?
andreasbigler, 18.03.05 @ 14:27
Gasthaus - Wirt - Gast * Schule - Lehrer - Schüler
Irgendwie finde ich da immer wieder Zusammenhänge. Schule und Gasthaus bring ich immer wieder in Verbindung, nicht nur weil es in Tulln beim "Jockl Wirtn" lässiger war, als beim "Schlauch" im Lateinunterricht, sondern weil die Mitarbeiter und die Gäste in beiden Institutionen mehr oder weniger von einander abhängig sind.
Niemand lernt jemals aus, daher wird ein Wirt wohl auch seine Mitbeweber besuchen um dort Informationen einzuholen, so wie sich ein Lehrer auch mal was von einem Schüler abschauen wird.
Aber wer ist ein guter Gast und wer ist ein guter Schüler, wer ein guter Wirt und wer ein guter Lehrer? Ist wahrscheinlich sehr subjektiv, ein Lokal wird oftmals sehr unterschiedlich bewertet (beziehe mich jetzt nicht auf Berufskritiker), da nicht jeder von uns die gleichen "Wertigkeiten" hat.
Ich weiß nur, dass ich mit Sicherheit kein guter (gern gesehener) Schüler war, bilde mir aber ein, ein Guter Gast zu sein, da sich die diversesten Wirte immer wieder über meinen Besuch freuen(?). Na ja, sogesehen ist es nicht besonders schwer ein guter Gast zu sein, da man ja Umsatz macht.
Gute Wirte sind für mich jene, die ich immer wieder freiwillig als Kunde (sage absichtlich nicht Gast) besuche, manchmal ist es natürlich auch eine hübsche, charmante Kellnerin, die der Grund für oftmalige Besuche ist, aber das ist wohl eine andere Baustelle .......
profiler, 18.03.05 @ 12:07
gast -wirt
dass die beziehung gast und wirt oft eine problematische ist, dürfte jedem der mit der branche ein wenig vertraut ist hinlänglich bekannt sein.
vor allem dann wenn sich gäste für die besseren wirte oder wirte für die besseren gäste halten.
was ist eigentlich ein guter gast?
jemand der viel kosumiert, somit eine hohe zeche hinterlässt und zum wirtschaftlichen erfolg des wirtes beiträgt, oder einer der alles was ihm der wirt vorsetzt widerspruchslos hin- bzw. annimmt?
was ist ein guter wirt?
einer der seinen gästen, egal welcher coleur hinten reinkriecht oder einer der ein gutes gespür für die wünsche seiner gäste hat?
jeder gast hält sich selbst natürlich
für einen guten gast. logisch.
umgekehrt natürlich auch. ich kenne keinen wirt der sich selbst für einen schlechten hält.
wie auch immer.
gruss
peter_s, 17.03.05 @ 17:50
Gast:Wirt
Da jeder Wirt mit vielen Gästen zu tun hat, hat er genug Erfahrung und sollte daher ein guter Gast sein -- können, wenn er es will. Aber selbst wenn er es will: Vielleicht schätzt nicht jeder Wirt dieselbe Art Gäste?
Umgekehrt ist es noch schwieriger: Zwar weiß jeder Gast, wie er behandelt werden will. Aber es ist keineswegs sicher, ob der Gast als Wirt sich selbst gern zum Gast hätte. Und selbst, wenn: Er weiß, was _er selbst_ schätzt, aber die Erwartungen von anderen Gästen (die er nicht aus eigener Erfahrung kennt) können _sehr_ verschieden davon sein.
sonjaaa, 17.03.05 @ 14:37
der 1000ste kommentar
Sorry - aber ich konnte nicht anders - ich musste den 1000er Kommentar uebernehmen.
Kann man nicht sagen: es gibt geborene Wirtsleut - und damit mein ich nicht jene, die das Generationswirtshaus uebernehmen muessen, sondern jene, die einfach mit den Gaesten koennen. Zu viele von dieser Sorte gibt s leider nicht, aber wie so oft erwaehne ich Walter Bauer, auch Christian Wrenkh,...
Tja und die Rolle des Gastes sollte wohl immer wieder ueberdacht werden - vermutlich mehr als jene des Wirts. Man goennt sich ja was, naemlich Bedienung - und das kann jederzeit mit dem Wunsch nach Versklavung des Anderen verwechselt werden. Moege Dionysos davor bewahren.
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Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
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Das Weinlog --- 16.04. @ 10:11
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