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Christoph Wagner's Weblog

28.04.05 @ 16:39

Kulinarisches Oberösterreich (Pupille und Promille)

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Meine Heimat ist wieder einmal Vorreiter. Als erstes Bundesland wird OÖ (übrigens einstweilen, im Gegensatz zum Alkomaten, noch ohne gesetzliche Grundlage und vorerst nur für Berufskraftfahrer) „Müdigkeitskontrollen” mit dem Pupillomat durchführen.

Das ist, unfallverhütungstechnisch gesehen, selbstverständlich ein Fortschritt, wirft aber auch noch andere Fragen auf:

Wann kommt der „Erektomat”, der lüsterne Autofahrer einbremst, wenn sie schönen Fußgängerinnen zu lang nachschauen?

Wann kommt der „Gastromat”, der die Magenfüllung bis zu jenem Grad misst, ab dem man im Grunde lieber schlafen als Autofahren will?

Und wann kommt der „Denkomat”, der die Gehirnströme misst und gnadenlos einschreitet, sobald der Fahrer oder die Fahrerin an etwas anderes als die Straßenverkehrsordnung denken?

Doch was motze ich da blöd herum? Ich hab listiger Weise niemals einen Führerschein gemacht und kann mir die Kontrollomaten daher vom Leibe halten.

Zumindest solange, bis sie möglicherweise eines Tages auch auf Zugfahrer angewendet werden. Irgendeinen Grund dafür werden die Kontrollomanen schon finden.

15 Kommentare | Kommentar abgeben

andreasbigler, 05.05.05 @ 15:29

Zusammenfassend .....
Also nicht vergessen: Zuerst Warnwesterl anziehen, dann aussteigen, dann Tschick oder Zigarre anrauchen und wer jetzt auch noch seinen Flocki mit hat, sollte dem natürlich auch ein Warnwesterl anziehen, Weiberl und Kids sollten im Auto bleiben, da hörst die Kepplerei und die Raunzerei nicht, oder hab ich da was falsch verstanden?

Aber da ich sowieso in Fahrzeugen noch nie geraucht habe, meine Tochter bereits selbst zu den Verkehrssündern zählt und ihre Mutter bereits seit langer Zeit im Auto eines anderen Typen rumzickt, sollte mir das eigentlich alles wurscht sein, aber vielleicht sollte man das Rauchen beim Betanken eines KFZ zwingend vorschreiben, um die Gefährlichkeit des Blauen Dunstes drastisch zeigen zu können .........

tastatour, 04.05.05 @ 10:46

Von der getexteten Autobahn
Eher hat es den Anschein, als möchte man uns das Denken abnehmen. Grundsätzlich eine sehr höfliche Geste; die Idee ist pragmatisch, das Ergebnis autoritär.

Übrigens hängt die Höhe des Spritverbrauchs von der Wahl des Radiosenders ab. Persönlich ziehe ich langatmige Quasselsendungen der Musik vor. Daher empfehle ich, nicht nur aus Gründen des akustischen Umweltschutzes, Ö1 und FM4 nicht allzu oft zu verlassen.

ChristophWagner, 04.05.05 @ 00:56

Rauchen im Taxi nach Vorchdorf
Ganz was Kontroversielles: Seit ich denken kann, war (und bin) ich ein strikter Gegner des Rauchens im Auto. Wer auf dem kleinsten denkbaren sozialen Raum die Umwelt verstinkt (und das sage ich als Zigarrenraucher), der handelt unsozial.

Rauchverbot im Auto? Nur zu, ihr habt meinen Segen, und Unfälle wird´s auch verhüten.

Andererseits: Noch viel gefährlicher als Rauchen im Auto sind beispielsweise Kinder im Auto. (Ich weiß wovon ich rede); schlimm auch Musikhören im Auto (Wer auf den Selbstmord der Butterfly oder Wotans Abschied von Brünhilde anfällig ist, der ist schlicht und einfach nicht mehr verkehrstauglich.)

Aber das Allerschlimmste: Liebespaare iim Auto, Angefangen vom Händchenhalten bis zu wesentlich „schlimmeren" Dingen: Wer beim Anblick seines Beifahrers/seiner Beifahrerin auch nur entfernt an Beischlaf denkt, sollte jeglicher Fahrbefugnis augenblicklich entledigt sein.

Von den ZeitgenossInnen , die beim Fahren ihren Drive-In-BigMäc bei schlingerndem PKW verschlingen, will ich gar nicht reden; von jenen, denen von liebenden BeifahrerInnen ein Kaviarbrötchen eingeschoben und ihren Schluck Dom Perignon über die Lippen geträufelt bekommen, schon gar nicht.

Der Verdacht bleibt: Unsere Privatsphäre soll — mit zugegebenermaßen vernünftigen Argumenten — von Tag zu Tag mehr eingeschränkt werden, um noch vernünftiger zu werden. Will heißen: Wir sollen von souveränen (fehlbaren) Subjekten allmählich in abhängige (und einschätzbare) Objekte verwandelt werden, und der Fetisch Auto ist dafür ein perfekt-perfider Austragungsort.


Erneut die Frage: Was hat das mit Essen und Trinken zu tun? — Ich denke, eine Menge. Denn Essen und Trinken sind Teil der menschlichen Souveränität. Und wer auch immer aus noch so guten, noch so rationalen Gründen — danach trachtet, diese Souveränität einzuschränken, der gefährdet das Gut der Freiheit der Person. Natürlich gilt es diese Freiheit der Person auch gegen ein kollektives Sicherheitsbedürfnis abzuwiegen. Allein: Die Waage erscheint mir allmählich in eine Schieflage zu geraten.

Minimalist, 03.05.05 @ 18:22

Gläserne Menschen
Ich (Feigling) wollte diese Diskusion von der (noch?) heilen Speising-Welt fern gehalten sehen.
Aber wenn schon: da geht es mir nicht so sehr um Führerschein und Promille, sondern die Allmachtsphantasie sich aus einer flachen Information (z.B. einem Pupillendurchmesser) ein komplexes Bild machen zu können (Müdigkeit). Da kann ich gar nicht scherzen. Programmierer wissen das: es ist einfach ein Muster zu erzeugen aber unendlich schwierig eines zu erkennen und richtig zu interpretieren. Deshalb fürchte ich eine Bürokratie, welche, statt sich mit dem Volk zu verbünden, an den Computern Menschenbilder aus Teilinformationen zusammen stoppelt.
(Das muss ausgerechnet einer sagen, der mit komlexer Software sein Geld verdient).
Pupille und Promille hat natürlich noch eine Markwirkung: für den verantwortungsvollen Geniesser heisst es bei der Restaurantwahl: Menü- /Weinpreise, An/Abreisekosten und oder Hotelübernachtung (wenn sowas überhaupt möglich ist) zu kalkulieren.
Da liegt dann für einen Linzer plötzlich London (Billigflug) ökonomisch nahe bei Vorchdorf (Taxi)?!

karlheinz, 02.05.05 @ 17:56

kontrollitis
und um auf diese wieder zurück zu kommen:
gott sei dank stehen vor den lokalen noch keine papillomaten, welche unseren zungenspitzeln glorreiche befähigung oder hohntriefend versagen konstatieren, wovon dann die zutrittsbewilligung abhängt. vor allem - nach wessen kriterien ...?

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