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Christoph Wagner's Weblog

28.04.05 @ 16:39

Kulinarisches Oberösterreich (Pupille und Promille)

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Meine Heimat ist wieder einmal Vorreiter. Als erstes Bundesland wird OÖ (übrigens einstweilen, im Gegensatz zum Alkomaten, noch ohne gesetzliche Grundlage und vorerst nur für Berufskraftfahrer) „Müdigkeitskontrollen” mit dem Pupillomat durchführen.

Das ist, unfallverhütungstechnisch gesehen, selbstverständlich ein Fortschritt, wirft aber auch noch andere Fragen auf:

Wann kommt der „Erektomat”, der lüsterne Autofahrer einbremst, wenn sie schönen Fußgängerinnen zu lang nachschauen?

Wann kommt der „Gastromat”, der die Magenfüllung bis zu jenem Grad misst, ab dem man im Grunde lieber schlafen als Autofahren will?

Und wann kommt der „Denkomat”, der die Gehirnströme misst und gnadenlos einschreitet, sobald der Fahrer oder die Fahrerin an etwas anderes als die Straßenverkehrsordnung denken?

Doch was motze ich da blöd herum? Ich hab listiger Weise niemals einen Führerschein gemacht und kann mir die Kontrollomaten daher vom Leibe halten.

Zumindest solange, bis sie möglicherweise eines Tages auch auf Zugfahrer angewendet werden. Irgendeinen Grund dafür werden die Kontrollomanen schon finden.

15 Kommentare | Kommentar abgeben

Minimalist, 02.05.05 @ 16:49

Stadt-Land
Ich bin mir da nicht so sicher. Warum häufen sich die Könner in Paris? Natürlich: Linz ist nicht Paris, aber wir hatten einmal das "Allegro" mit G. Hager, zu einer Zeit wo sich am Land nicht viel tat. Und dann noch die "Kremsmünsterer Stuben" (Ernst Appeldauer-Ära). Selbst mein gelieber Mühltalhof war damals noch ein Landhaus mit sehr guter Küche. Zum gastronomischen Wohlfühlen aber nicht für die aahs und oohs verantwortlich.
Heute verdient Hager mit der Integralgastronomie Geld. Genauso wie Ernst A. Vielleicht ist das städtisch? Und heute schlägt (nach meinem Geschmack) H. Rachinger im Mühltalhof alles was wir in Linz so haben (inkl der 3 Häuber). Aber vielleicht gibt es wieder einmal ein Talent oder eine Zuagraste, welches diese Nische füllen möchte?
Beispiel Salzburg? Etwas unter "J. Maier und Obauer"-Schock scheint sich die Stadt wieder gewaltig aufzubäumen (Riedenburg,...)
Ich glaube, es ist einfach nur die Evolution.
Soweit weg sind wir von der Pupille gerückt.

karlheinz, 01.05.05 @ 17:51

15. punkt...
verzeihung, mir ist da eine zeile aus dem display entglitten (ich und die technik...).
mit dem schritt zum 15. punkt meinte ich den safenhof in bad waltersdorf.

karlheinz, 01.05.05 @ 17:47

stadt - land - gefälle
werte alma, da kann ich ihnen nur recht geben. ich möchte jetzt nicht verallgemeinern (essen am land = unterbehaubt / schüler am land = höhere anforderungen als in städtischen schulen / lebensqualität ...), kann aber als grazer bestätigen, dass ich im steirischen umfeld schneller fündig werde, was gehobene qualität und variantenreichtum der kulinarik betrifft.
ein gefülltes sulmtaler hendl in der keltentaverne bei heimschuh findet man zu unrecht in keinem gastroführer von rang, der schritt zum 15. punkt bei gault millaut wäre in urbaner umgebung mit dorthin passendem stylischen ambiente und großer servicebrigade ein einfacher (kulinarisch kann ich - natürlich subjektiv - keine nennenswerten unterschiede zu einem doppelt behaubten mod in graz erkennen.
auch zum fink nach riegersburg oder zum neumeister nach straden ist's von graz aus nur ein katzensprung -
andererseits: gebe es all diese lokale zusammengepfercht im bereich einer einzigen (landeshaupt)stadt, irgendetwas würde mich stutzig machen.
vielleicht, abgesehen davon, essen städter eh' gern gut, nur eben auch in einer (gerade jetzt im frühling) pitureskeren umgebung.

p.s.: die 14 plötzlich hereinschneienden á la carte - esser sind dann noch besonders angenehm, wenn sie (bei küchenschluss um 14.00) um 13.45 uhr erscheinen und einwänden aus der (ebenfalls 3-mann)küche verständnislos gegenüberstehen.

alma, 01.05.05 @ 15:36

Kulinarische Bundesländer
Kein wirkliches Thread-Hiking: die Ausführungen zur Gastro-Szene von Linz inspirieren mich zu einer gastrosophischen Überlegung: Speisen Landeshauptstädter nicht gerne wirklich gut?
Oder ziehen sie es vor, lange Anreisen in Kauf zu nehmen, um am Aktuellen/Spannenden/Aufregenden teilhaben zu können?

Ich gehe hier aus von der zumindest in Tirol getroffenen Wahrnehmung aus, dass es sich "auf dem Lande" trefflicher speisen lässt als in Innsbruck. Oder auch Kufstein. Es genügen schon 10 Minuten Anfahrt, um sich von lustigem, deftigem Touristenschmaus in die höheren Sphären französich gefärbter Regionalinterpretationen zu begeben.

In Innsbruck gibt es viel Szene. Innenarchitektonisch jene Nase vorn, die sich auch in der Küche in alle Himmelsrichtungen hinausschnuppert.
Aber wirkliche Befriedigung vermittelt all der holz-, glas-, gewürzträchtige Schein nicht.

Ich glaube, man isst auch außerhalb Eisenstadts um einige Sterne und Hauben besser .....

Oder wie schaut's sonst aus, da draußen?

Anmerkung und Anregung in anderer Sache: mein Lieblingswirt klagte über das zunehmende Unverständnis von Gästen, die zu 14 erscheinen und bunt durcheinander a la carte bestellen, die Drei-Mann-Küche durcheinanderwirbeln und dann noch ungehalten über Verzögerungen sind, weil sie nicht begreifen können, dass 6 verschiedene Saucen nicht einfach aus dem selben Topf geschöpft werden!

ChristophWagner, 01.05.05 @ 15:20

Siebenter Himmel
Natürlich kann die siebenfischige Bouillabaisse, so nach allen Regeln der Kunst zubereitet, in den siebenten Kochhimmel führen, wie auch die sechsfischige in den sechsten. Viel schwieriger ist schon die Frage zu beantworten, wohin die achtfischige Bouillabaisse führt. Von einem achten Himmel ist leider nichts bekannt, Also vermute ich fast: Mehr als sieben Fische sollten es nicht sein.

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