Home | Blogs | Christoph Wagner's Weblog | 28.04.05
Christoph Wagner's Weblog
28.04.05 @ 16:39
Kulinarisches Oberösterreich (Pupille und Promille)
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Meine Heimat ist wieder einmal Vorreiter. Als erstes Bundesland wird OÖ (übrigens einstweilen, im Gegensatz zum Alkomaten, noch ohne gesetzliche Grundlage und vorerst nur für Berufskraftfahrer) „Müdigkeitskontrollen” mit dem Pupillomat durchführen.
Das ist, unfallverhütungstechnisch gesehen, selbstverständlich ein Fortschritt, wirft aber auch noch andere Fragen auf:
Wann kommt der „Erektomat”, der lüsterne Autofahrer einbremst, wenn sie schönen Fußgängerinnen zu lang nachschauen?
Wann kommt der „Gastromat”, der die Magenfüllung bis zu jenem Grad misst, ab dem man im Grunde lieber schlafen als Autofahren will?
Und wann kommt der „Denkomat”, der die Gehirnströme misst und gnadenlos einschreitet, sobald der Fahrer oder die Fahrerin an etwas anderes als die Straßenverkehrsordnung denken?
Doch was motze ich da blöd herum? Ich hab listiger Weise niemals einen Führerschein gemacht und kann mir die Kontrollomaten daher vom Leibe halten.
Zumindest solange, bis sie möglicherweise eines Tages auch auf Zugfahrer angewendet werden. Irgendeinen Grund dafür werden die Kontrollomanen schon finden.
15 Kommentare | Kommentar abgeben
steppenwolf, 01.05.05 @ 13:18
Wie schon gesagt, ich versteh nichts davon ...
Als Linzer muss ich mich da schon einbringen.
Also fürht die sieben-fischige Bouillabaisse in den siebten Kochhimmel?
Die sechs-fischige in den sechsten Kochhimmel und so fort?
Das erinnert mich an eine wunderbare Legende, die sich um das Spiel Go rankt. Sie endet mit der Erkenntnis: "Über jedem Himmel gibt es noch einen Himmel."
ChristophWagner, 29.04.05 @ 17:21
Bouillabaisse
Ich bleibe schon dabei, die Herstellung einer echten (mindestens siebenfischigen) Bouillabaisse für ein Entrebillet in den siebenten Kochhimmel zu halten. Was Chez Marc betrifft, so bitte ich jedoch die Beifügung „auf Vorbestellung" nicht zu vergessen.
Dass wir uns hier auf Speising nur mit Essen beschäftigen sollten, ist zwar ein ausgesprochen respektabler Standpunkt, allerdings nicht meiner. Ich halte, zumal im Weblog, so etwas wie „kulinarisch-gastrosophoische Grundlagenforschung" für mindestens ebenso wichtig.
Aktive und passive Teilnahme ist natürlich freiwiliig (und kostet ja auch nichts).
P.S.: Das mit dem Royal Bombay hab´ich echt verschwitzt. Bitte tausendmal um Entschuldigung, muss ich demnächst nachholen.
Minimalist, 29.04.05 @ 16:14
Das Formale vor dem Inhaltlichen
Lieber CW.
Es ist richtig - zum Haare raufen. Die Bürokratie beurteilt gerne das Formale vor dem Inhaltlichen. Die Leistung des Sekretärs an der Anzahl der Tastaturanschläge / min zu messen ist einfach, aber blöd. Ähnlich ist es mit dem Erkennen und Interpretieren einfacher Muster (wer jemals in sein pollen-geplagtes Auge geblickt hat, weiss ......).
Aber sollen wir Speisinger uns wirklich damit beschäftigen?
Mir reicht schon, gegen Gourmet-Kritiker anzureden, welche sich an den äusseren Formen von Gerichten (die Beluga Kaviar-Hummer-Trüffel Fraktion) orientieren und nicht am Geschmack und Aromen.
Übrigens, ich ebenfalls OOeer (sogar Linzer) kann Ihnen nicht darin folgen, dass eine echte Bouillabaisse schon ein Qualitätsmerkmal ist. Ich habe im "wilden Bistro" himmlischen Käse (franz. mit perefekter Reifung) gegessen, beurteile die Fischgerichte aber eher als durchschnittlich. Ich bin aber trotzdem froh, dass es diesen unglaublich engagierten Franzosen in Linz gibt.
Ich glaube, da stimmen wir überein. Aber es hilft nichts: Meeresfische in Linz und nicht allzu grosser Absatz gehen nicht zusammen. Dann lieber Fleisch?!
J. Lettner war mein Linzer Liebligskoch, ich habe ihn aber noch vor "Stefan's Stubn" aus den Augen verloren.
Aber auf die Bergdiele-Kritik bin ich wirkich gespannt. Da gibt es z'Linz eine heisse Diskussion. Sind die Gerichte oder der Wirt "hin reissend"?
p.s. Lieber CW, Sie haben mir vor Jahren "versprochen", das "Royal Bombay Palace" zu besuchen. Gestern konnte ich dort lernen, dass ein Prieler BF Goldberg 2000 wunderbar zu sehr dunklen indischen Saucen (Kardamon) geht.
Es gibt sogar schon eine Speisinger Vorstellung dieses tollen Restaurents.
ChristophWagner, 28.04.05 @ 18:09
Liebe Pastinake!
Tut leid, wenn ich Ihre Erwartungen enttäuscht habe. Aber die Rubrik „Kulinarisches Oberösterreich" gibt´s in diesem Weblog, seit es Speising gibt; und sie handelt von kulinarischen Befindlichkeiten der oberösterreichischen Seele (ich habe auch schon über den Bratpfannenmordd von Ebensee berichtet), aber nicht von Restaurants.
Was nicht heißt, dass ich zu OÖs Kulinarlandschaft nicht auch etwas zu sagen hätte. Vorige Woche habe ich beispielssweise erst hinreißend in der Linzer „Bergdiele" gegessen (doch davon bald mehr in profil), in Linz gibt´s ein wildes, aber exzellentes Bistro (Chez Marc in der Altstadt), in dem man auf Vorbestellung noch eine echte (!) Bouillabaisse bekommt. Jürgen Letttner, der früher „Bei Bruno" und später in „Stefans Stubm" kochte, tut dies nach wie vor ausgezeichnet im Donautal. Ja, und auch sonst tut sich so allerlei... wie übrigens auch in Tirol, Salzburg, der Steiermark oder Kärnten. Speising wird wohl noch größer werden müssen, ich bitte allerdings um etwas Geduld.
Aber eigentlich wollte ich diesmal ja die Kontrollomanitis aufs Korn nehmen. OÖ war nur der „Tatort", aber keineswegs das Problem.
pastinake, 28.04.05 @ 16:47
Kulinarisches Oberösterreich
Schade, ich habe schon geglaubt, Sie schreiben wirklich etwas über die kulinarische Landschaft in Oberösterreich. Diese ist zwar etwas karg, aber bei der (naheliegenden) Dominanz der Wiener Lokale in diesem Forum hätts mich schon gefreut, etwas Neues aus OÖ zu erfahren.
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Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
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Das Weinlog --- 16.04. @ 10:11
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33