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Das Gastlog
31.03.06 @ 13:43
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Schon im speising Interview vor etwa einem Jahr bezeichnete ich das Restaurant, das Kaffeehaus, das Wirtshaus, die Bar - also schlicht: den Gastronomiebetrieb als die vollendete Architektur. Alle Sinne werden beansprucht und im besten Falle sogar befriedigt. Es zählen die Menschen, die Gerüche, die Geschmäcker, der Ton, das Gespräch und der Raum. Dieser Faszination verdanke ich diesen Weblog - eine Aufgabe die mich ehrt.
Bevor ich nun weiter vom kulinarischen Gesamterlebnis träume, beginne ich diesen ersten Weblog einfach mit ein paar Fragen, die allesamt mit Design zu tun haben und die wohl auf zukünftige Einträge hinweisen:
Wo sitzen Sie am Liebsten?
Wie sitzen Sie am Liebsten?
Woran riechen Sie?
Was stecken Sie in den Mund?
Wie definieren Sie Bissfestigkeit?
Beschreiben Sie die Eigenschaften Ihres Lieblingsobers:
Essen Sie gerne Schokolade?
Und falls ja - was genießen Sie daran?
Glauben Sie daran, dass jedes Haus seinen eigenen Geruch hat?
Können Sie sich an einen spezifischen Geruch erinnern?
Wie alt ist der menschliche Wille zur Gestaltung von Nahrung?
Was empfinden Sie als steril?
Was empfinden Sie als gemütlich?
Was hassen Sie beim Fliegen am meisten?
Welche Materialien empfinden Sie als besonders edel?
Wie sieht Marmor aus?
Was stört Sie an sogenannten Designerlokalen?
Im Übrigen bitte ich darum, allfällige Beistrichfehler zu entschuldigen.
30 Kommentare | Kommentar abgeben
pastinake, 04.04.06 @ 14:08
Kulinarisches Gesamterlebnis
Es gibt Lokale mit sehr gutem Essen, aber das Design - vom blauen Glasteller bis zum Modedirndl der Kellnerin - ist ein einziger Graus. Irgendwie fühle ich mich dort trotz gutem Essen nicht wohl und gehe privat auch nicht mehr hin. Für mein kulinarisches Gesamterlebnis sollte Ambiente, Tischkultur, Essen und Wein, sowie die teilnehmenden Personen (inkl. Service) zusammenpassen. Das ist schwer zu finden, manchmal ist es eine Almhütte (die verrate ich nicht!), manchmal ein Schlossrestaurant, wie das "Aquila d'Oro" im Friaul. Das Interessante ist, dass nur das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten den perfekten Eindruck erzeugen. So kann ruhig mal ein Gang des Menus nicht so gut geraten sein oder ein Kellner mal vergesslich - wenn nur das Gesamtbild passt. Sogenannte Designerlokale und das dazudesignte Essen konnen das nicht bieten, sowas kann nur wachsen und langsam entstehen.
tastatour, 04.04.06 @ 14:01
Alsdann
Wo sitzen Sie am Liebsten?
am Fenster im Cafe Schwarzenberg
Wie sitzen Sie am Liebsten?
bequem
Woran riechen Sie?
am Naschmarkt
Was stecken Sie in den Mund?
Spannendes
Wie definieren Sie Bissfestigkeit?
Ich bin bh-neutral
Beschreiben Sie die Eigenschaften Ihres Lieblingsobers:
http://www.3erwirtshaus.at/
Essen Sie gerne Schokolade?
ja
Und falls ja - was genießen Sie daran?
eh das
Glauben Sie daran, dass jedes Haus seinen eigenen Geruch hat?
ja
Können Sie sich an einen spezifischen Geruch erinnern?
an viele
Wie alt ist der menschliche Wille zur Gestaltung von Nahrung?
so alt wie der Mensch? Zubereitung ist Design.
Was empfinden Sie als steril?
midi-files
Was empfinden Sie als gemütlich?
Kaffee
Was hassen Sie beim Fliegen am meisten?
schon mal einen Zwölfstundenheimflug mit 60 Kollegen absolviert? Die Frage leite ich an Stewardessen weiter. Ansonsten Niki Lauda am Steuer und japanische Inlandsflüge in der 72. Sitzreihe.
Wie sieht Marmor aus?
unholzig
Was stört Sie an sogenannten Designerlokalen?
eventuell ein seltsamer Wille. Bin zwar gelernter Mitteleuropäer, ansonsten aber vergleichsweise wenig kitschophob. wurscht also.
PICCOLO, 04.04.06 @ 13:28
@wahrheit...
..Lieber Profiler, schön dass es wieder etwas Gescheites zum studieren und Nachdenken gibt. Deine Anmerkung ist gut. Ausnahmen bestätigen die Regel. Am Meer lebende Kinder verputzen rohen Fisch, Eskimokinder die rohe Seehundsleber.In der hinteren Mongolei werden rohe Hammelhoden wie ein Schnuller verwendet... Man trinkt Pferdemilch. Alles klar.
In unseren Breiten wird es auch Ausnahmen geben. Ich denke aber, weil ich auch zwei Kinder habe, ist es hier eine Gewöhnung. Meine Kinderessen auch viel das andere Kinder komisch finden. Der Rüssel eines Turopolje Schweins ist gut. Der Rüssel einer Stallsau ist ekelig. Fleisch eines ungeschorenen Stallschafs stinkt erbärmlich. Fleisch eines geschorenen Weidelamms riecht nicht.usw usf..
Die Kinder eines Oberkellners oder eines Kochs sind gewiss Ausnahmen. Aber ich will nicht recht haben. Ich tue mir schon schwer einem Weblogautor etwas dazu zu bemerken der selber ein Designer ist. Was wird der sich Sorgen machen? Aber das hier verzapfte ist Meinung, nicht die Wahrheit.
Wenn mir neue Designs gefallen, dann solche welche sich geschickt von natürlichen Dingen ableiten ohne völlig nach der Natur zu gehen. Also auch keine Kunstfarbe, oder rosarote Tiegermuster..
Ein frisch gefangener Hummer - ohne den Gummiringerltransport und dem Stress für das Tier, und eine frisch entnommene gesunde Gänseleber, die nicht viel größer ist als eine Hühnerleber, das geht sicher besser zusammen, als die zuvor beschriebenen Komponenten - solche in der Herstellung schon völlig entnaturalisierten Kunstobjekte. Denn bei der Gänseleber ist das "Erzeugen" eigentlich ja ein Geschmacksdesign....
Bei Schnecken war das auch einmal so. Man hat die Weinbergschnecke hungern gelassen und ihr dann wenn sie völlig ausgehungert war Lorbeerblätter ins Gehege getan... Das würzte die Tiere. Aber bei gewissen Tieren kennt man keine Tierquälerei. Ich möchte soetwas auf keinen Fall verzehren.
Mit Gruß und Kuß!!
profiler, 04.04.06 @ 12:39
hummer und gänseleber???????????
abgesehen davon, dass mir die kombination dieser beiden dinge schon gar nicht eingehen mag, möchte ich ein gegenbeispiel anführen dass kinder diese dinge nicht grundsätzlich ablehnen.
die beiden jungs unseres oberkellners (2 Jahre zwillinge) verputzen bei mir bei allfälligen anlässen mit sicht- und hörbaren genuss gänselebergerichte. piccolo, du hast die allumfassende wahrheit, gott sei dank, immer noch nicht gepachtet.
ansonsten.....
ich rieche an allem was ich mir in den mund stecke, aber stecke mir nicht alles in den mund woran ich rieche.
gruss
PICCOLO, 04.04.06 @ 11:44
@sonjaaa...
Hummer und Entenstopfleber passen im "Design" gut zusammen.
Desingn kommt ja von "Bestimmen" . Bestimmen ist ein technischer Begriff den man bis zum Despotismus ausdehen kann. Der Hummer wird dazu bestimmt mit Leber zu schmecken. Die Hochzeit zweier völlig dekadent erzeugter Lebensmittel.
Terroristen, Diktatoren usw. "Bestimmen". So bestimmen dann gewisse Gruppen was sie in der Mode und Gastronomiekultur oder auch Politik eigentlich für sich wollen. Der Gastrolobbyismus auf öffentlichen Veranstaltungen, in TV usw bestimmt den Geschmack. Daher auch so viele Kochsendungen´.
Hummer ist wegen der brutalen Zucht in Schwermettalhältigen Küstengewässer, des idiotischen quäl -Transports und Behandlungsmethoden ein ungesundes Lebensmittel, ebenso die Fettleber eines an sich kranken Tieres, das in ein "Geschmacksdesign" passt, welches nur gedanklich passt. Herzlosen Gourmets interessiert das Wie und Woher nicht.
Es werden einfach irgendwelche Geschmackshypes erzeugt. Der Markt muß florieren. Denn in Wirklichkeit schmeckt weder der Hummer so toll, noch eine Quäl -Leber. Kleine Kinder beispielsweise lehnen diese Geschmacksrichtungen ab.
Es zeigt, dass auch die Einstelluing zum Essen einem Design unterliegt. Eine Brutalität die niemand fühlt, weil es kein Magendrücken auslöst.
Das wird vielen Speisingern nicht gefallen. Es trifft die Wahrheit.
--- 04.09.18 @ 20:56
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