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SPEISING Open

21.09.08 @ 21:55

Gelbbrauner Schleim breitet sich aus

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Sehr seltsam. Ich bilde mir hartnäckig ein, dass der September ein klassischer Auswärtsessen-Monat ist, ohne dem selbst nachzukommen. So war ich diese Woche gerade einmal in der Mayerei im Türkenschanzpark, dann im Meister Xiao, weiters im Excelsior und schließlich heute im Ottakringer Landhaus. Kulinarisch klingt das so: Ein überraschend gutes Schnitzel, herrlich scharfer, doppelt gebratener Schweinebauch, die grauslichsten Nudeln ever und die Pflichterfüllung Kürbiscremesuppe stellen die kulinarischen GPS-Daten meiner Woche dar. Ich sollte wieder öfters auswärts essen.

Zur Kürbiscremesuppe, die ich im Landhaus Ottakring verspeiste: Die Suppe war natürlich mit Kürbiskernölspuren verziehrt, ebenso selbstredend die gerösteten Kürbiskerne darübergestreut und überhaupt beinahe so, wie man sie ab jetzt in ganz Österreich zu essen genötigt wird. Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Kürbiscremesuppe! Nur die Bärlauchzeit quält mich noch mehr.

Fairerweise möchte ich anfügen, dass im doch sehr gut angenommenem Ottakringer Landhaus zur Kürbiscremesuppe eine Art knuspriger Kürbisrabadatschi dazugereicht wird - sehr fein war das und damit ist für mich im Jahr 2008 das Thema gelbbrauner Schleim erledigt.

Rundschau:
Der Standard erkannte im Restaurant Esterhazy (7000 Eisenstadt) die Eleganz der Vereinigung kräftiger Wurzeln zu einer Terrine, die Presse schmeckte im Ha Noi Express (1090 Wien) leider einen Fett-Ton an den langen Vietnam-Frühlingsrollen und der Kurier empfindet den irischen Wildlachs mit Steinpilzen im Didi Dorner (8950 Stainach) verwegen. The Times hingegen konstatiert, dass das Murano (London W1) halt auch eines von vielen in Abu Dhabi Hotel Frisierstuben entworfenes ... öh, ja.

gf

www.excelsior.at
www.ottakringer-landhaus.at

www.derstandard.at
www.diepresse.at
www.kurier.at
www.timesonline.co.uk

19 Kommentare | Kommentar abgeben

OberkllnerPatzig, 01.10.08 @ 21:57

Ich gehöre zur Anton-Kuh-Fraktion und habe daher mit Karl Kraus wenig am Hut. Bei aller Freude über die Scharfsinnig- und züngigkeit des Autors bin ich froh, dass dieses Deutsch nicht mehr geschrieben wird.

walterkunz, 01.10.08 @ 16:18

@dschungeltier

Ich leide mit Ihnen an der zunehmenden „Vergrauslichung“ der Sprache in Österreich. Jeder ist für sich selbst verantwortlich und kann nur dadurch dagegen ankämpfen, indem er sich dem Trend der zumeist unnötigen Verwendung von Germanismen und des oft übertriebenen Einsatzes von Anglizismen widersetzt und ein österreichisches Deutsch spricht und schreibt.

dschungeltier, 01.10.08 @ 14:14

@walterkunz
dieses österreichische deutsch stirbt. es liegt in den letzten zügen. ab und zu verwendet es noch einer indem er ab und zu und nicht ab und an verwendet. ich leide unter der zunehmenden vergrauslichung der sprache, aber es ist dagegen nichts zu machen leider. karl kraus und hans weigel sind tot und franzobel schreibt halt auch meist wie ein piefke.

walterkunz, 30.09.08 @ 23:30

@OberkllnerPatzig
Saugen Sie nur, je gieriger desto besser!

Heimische Worte? Meine sehr persönliche, individuelle Heimat? Gar Kirchturmmentalität?

Bei allem Respekt für Individualismus, für lokale und regionale Ausdrücke in den verschiedensten Gegenden Österreichs, ich meine, es gibt so etwas wie eine im gesamten Bundesgebiet verwendete und verstandene Schriftsprache, nicht übertrieben hochgestochen, nicht gar derb, ein schönes (österreichisches) Deutsch.

OberkllnerPatzig, 29.09.08 @ 19:47

@walterkunz
... heimische Worte, schreiben Sie. Sie meinen die Worte aus Ihrer sehr persönlichen, individuellen Heimat, nehme ich an. Oder sprechen Sie auch für andere und wissen über deren Heimatbegriff bescheid? Ich nicht. Dafür sauge ich, gierig!

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