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SPEISING Open
16.03.10 @ 11:29
Würdelos altern
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Heute erreicht mich eine Presseaussendung, in welcher sich der Autor rühmt, dass Helmut Österreicher, immerhin Österreichs Koch des Jahrzehnts, gemeinsam mit den Missen NÖ und Wien (amtierend, potzblitz!) am Stand eines Teppichhändlers und Möbliers im Rahmen einer Messe aufkochen wird. Zwischen exklusiven Designermöbeln und edlen Teppichen könne man seine Schmankerl verkosten ...
Ist das trist? Geht Würde nicht vor Kohle?
Oder spart HÖ in Wirklichkeit auf ein neues, sein neues Lokal, in dem er dann ein kulinarisches Furiosum nach dem anderen aufwarten wird, eventuell sogar auf edlem Teppich?
23 Kommentare | Kommentar abgeben
PICCOLO, 18.03.10 @ 21:44
Herr Oberkellner:
Melde Jehorsamst, ja! Ich wart noch bis ich altersschwul werd`- Dann habe ich alles erreicht.
OberkllnerPatzig, 18.03.10 @ 21:11
@Piccolo
... und, das mit dem Reisen klappt noch nach Wunsch ...?
;-)
PICCOLO, 18.03.10 @ 15:51
@walterkunz
Ich glaube es gehört einfach dazu, um die Vielfältigkeit der Möglichkeiten auszuschöpfen, dass ALLES getan wird, wie es ist. Unsere Ansichten gehören selbstverständlich dazu. Ich akzeptiere das wie ein Baum, dem es auch egal ist welches Schwein sich an ihm kratzt. Dieses Gefühl wünsche ich auch den von uns besprochenen Charaktern. Dann geht uns gut.
"Es ist mir eine Freude, die Freuden meiner Brüder zu sehen!"...
Ich kannte als junger Koch einen alten Koch, der war Schweizer und hatte ein Lokal am Luganer See. Der besuchte meinen Chef. Jener Koch war 83 Jahre alt und immer noch "arbeitend". Nicht so wie der Witzigmann mit Krawatte unterm Kochjackerl, sondern der stand echt live jeden Tag in seiner Küche. Curd Jürgens und Gunther Sachs, auch der John Wayne waren seine Stammgäste. Keine Haube, kein Michelinstern, nix. Aber er hatte - so erzählte man - immer guten Sex und auch genug Geld um überall hin zu reisen wohin es ihm beliebte...
eines meiner Vorbilder das mir geblieben ist.
walterkunz, 18.03.10 @ 09:08
Die Gier
ist, so empfinde ich es, immer schon das Hauptübel der Menschheit gewesen, die Jagd nach Anerkennung, Ansehen, Ruhm.... und natürlich nach Geld und den damit zusammenhängenden materiellen Dingen. Und viele junge, aufstrebende Menschen kommen in diesen Strudel hinein, werden mitgerissen und können sich dann nicht mehr daraus lösen.
PICCOLO, 17.03.10 @ 22:59
Danke
..liebe Freunde für die anerkennenden Kommentare, ích habe persönlich nichts gegen den Kommerz und ich finde eine Welt ohne Kitsch armselig. Vielfalt und Einfalt können sich stets gut ergänzen. Die Beispiele bekannter Köche vergangener Zeiten haben aber doch gelehrt: Kein Koch ist wirklich reich geworden. Das Burn - out Syndrome hat alle irgendwann niedergeworfen.
In diesem Sinn sollten wir alle respektvoll auf die stressbeladenen Business Köche unserer Zeit hinabsehen. Ich meine hinab, denn sie sind von uns aus gesehen in einem Abgrund, einer Schlucht - wie Wölfe getrieben von ihren selbst auferlegten so wichtigen Verpflichtungen, beengt durch ständige Kommunikation mit dem Moloch "Markt" und selbst vorne das Licht am Ende des Tunnels fürchtet man; schlussendlich ja auch, denn dort ist das totale Ende.
So haben wir ja seit 30 Jahren den selben Typus Koch der angesagt ist. Er kann nicht in Hinterwaldstein in einer Bauernbums kochen, das geht nicht. Er verbrennt im Licht der TV Studios.
Ich denk mir dabei immer was machen deren Kinder , was die Frauen, diese Stunden des privaten Glücks mit den Kindern, der Frau, den wirklichen Freunden die ich mir immer so reichlich schenkte, trotz Betrieb... Etwas sehr bemitleidenswertes ist dieses Leben, wo am Ende doch niemalsdie Kochkunst und der Koch der wahre Chef ist, sondern die Umtriebe seiner Mentoren. Das "Stockholm Syndrom" verwischt ihm die begriffliche Wirklichkeit so stark, ähnlich wie dem Einwohner der Müllhalden Kairos, der mit seinen kleinen Gewinnsten in der Hand glaubt er sei ein kleiner König, und sich mit dem Übeln seines Daseins somit abfindet.
Würde ist für mich etwas das "ich" habe. Das benötigt nicht Anerkennung oder Ausstellung. Geld kann einem niemals die verlorenen Zeiten zurückkaufen, die man mit ekelhaften Chefs verbringen mußte, bis man ausgelutscht wie eine leere Auster im beruflichem Abseits ist. Wenn das junge Köche begreifen würden, die am Sprung zu solchen "Taten" sind, würde die Zukunft besser ausfallen. So aber hält man den Jungen stets die alten Ideale vor und es kann sich nichts ändern.
Man braucht sich nur das Beispiel durch zu denken: warum belehren nicht unsere Fachschuloberlehrer die Kunden von Billa und OMV (Sarah Wiener)? Sie könnten mitunter ja weitaus fundierte kulinarische Tipps reichen. Ich meine ein Lehrer kann sich von der Industrie niemals für so dumm verkaufen lassen wie das ein Berufskoch kann. Dem kann ins Hirn geschissen werden, der Lehrer - mit höherem Intelligenzgrad - hat wohl ein Problem damit.
Herzlichen Gruß PICCOLO
--- 04.09.18 @ 20:56
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