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Das Weinlog

09.07.05 @ 12:32

Toro, Toro, Signor Sommelier!

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Seit ein paar Tagen verfolge ich mit Interesse eine Debatte die sich vor dem Hintergrund des Restaurants „Toro Toro” in Hallein im Restaurantforum entsponnen hat, aber nichts mit Kampfstieren, sondern viel mit den Matadoren der Kellergrüfte zu tun hat: den Sommeliers.

Da lobte Andreas Bigler explizit die unaufdringliche, absolut kompetente Weinberatung eines Sommeliers namens Stephan, der nicht „Krempel aus dem Keller rausverkauft, sondern dir bringt, was du brauchst und willst!”

Kibitz ortete daraufhin ein gestörtes Verhältnis Andy Biglers zu Sommeliers. jamiesolive sprang AB mannhaft bei und bezeichnete „ die meisten sommeliers heutzutage” als „ziemliche grammeln, die einem hochnäsig ein x für ein u vormachen und des kaisers neue kleider (sprich: leere, uninteressante weine ohne persönlichkeit) um ein ordentliches geld (oder eigentlich ein unordentliches) verhökern wollen.”

Dies wiederum stachelte Kibitzens Debattierlust weiter an und führte zum - verständlichen - Wunsch: „ Ich täte darüber gerne eine Diskussion führen - weil ich mich den beiden Meinungen zu Sommelier absolut nicht anschließen kann. Nachdem ich noch ziemlich neu bei speising bin, kann man das als Thema vorschlagen? - Wo ?”

Die Antwort lautet: Hier.

17 Kommentare | Kommentar abgeben

pastinake, 11.07.05 @ 16:43

@kibitz
Danke für die Anregung zu diesem Thread. Ich hoffe, Sie lassen sich nicht abschrecken und teilen uns noch Ihre Ansichten zu den "Sommelieres" mit.
Manche weinberatende Person mit Fachverstand unf Instinkt hat mir schon einen durch schlechte Küche verhuntzten Abend gerettet. Aber mancher gelernte Weinbesserwisser hat mich verärgert, wenn (immer noch das alte Leiden!) automatisch der Mann am Tisch den Wein aussuchen und verkosten "durfte", auch wenn der einen Taurasi nicht von einem Heidelbeerwein unterscheiden konnte.
Wenn sie gut sind, dann sind sie eine grosse Bereicherung und machen aus einem Essen ein Ereignis. Unvergesslich für mich, eine Sommeliere bei den Obauers vor vielen Jahren und ein - peinlicherweise aufgrund seiner Jugend fast für einen Piccolo gehaltener- Brite bei Gordon Ramsay. Wenn sich ein Gastronom keine echte Fachkraft leisten kann und wenn der Keller nicht mithalten kann, sollte man besser verzichten - ein guter Landgasthof kommt auch ohne "Weinober" aus.

Minimalist, 11.07.05 @ 14:16

Expertendilemma?
Wir sind beim Arzt. Er: "Der entzündete Schleimbeutel soll mit Kälte behandelt werden". Wir: "Ich dachte Sauna!".
Wie verhält er sich nun? Alles was er jetzt sagt ist "falsch". Das typische "Expertendilemma".

Unter der Voraussetzung, er hat das Doktorat nicht "am Jahrmarkt geschossen" und ist ein freundlicher Mensch: die Ärztin meines Vertrauens widerspricht mir freundlich aber kompromisslos.
"Mein" Weinhändler, ein ehemaliger Sommelier in einem 2häuber, ebenfalls.
Und GENAU DESHALB vertraue ich ihm.

Mit Freude erinnere ich mich daran, wie CW meinen "Mouton und Saibling"-Ausrutscher in einem anderen Thread freundlich zurecht rückte.




andreasbigler, 11.07.05 @ 09:17

@ jamiesolive
Genau solche Erlebnisse sind nicht wirklich Seltenheit und dann frag ich mich halt welche Aufgabe hat diese "Fachkraft"? Ich musste mal mit einem Kellner fast streiten, weil ich ihm mitteilte, dass ich den von ihm vorgeschlagenen Wein kenne und ich diesen absolut nicht ausstehen kann und deshalb den von mir gewählten Wein weiterhin trinken werde. Dann kam auch noch der Paradefehler, er wollte sich bei meiner weiblichen Begleitung Verstärkung holen, was schwer in die Hose ging.

Manche Vertreter dieser Zunft kommen nicht damit klar, wenn ein Gast höflich aber bestimmt einen Wein bestellt und keine Beratung wünscht, andere wieder hauen prinzipiell daneben, wenn man sie um eine Empfehlung bittet, obwohl man ihnen haargenau beschrieben hat, wie das Zeug nicht schmecken darf und wie schon. Beide Vertreter werden zwar Sommelier genannt, aber ich würde diese Art eher als "Wachbirn" bezeichnen, von denen es leider sehr viele gibt, sowohl bei den Mannderln, wie auch bei den Weiberln!

Und weil ich beim Toro Toro den Stephan Reitsamer gelobt habe, muss ich auch meinen Wiener "Lieblingsweinhelden" nennen, der da eindeutig Walter Bauer heißt!

andreasbigler, 11.07.05 @ 00:15

@ alma
Liebe Alma!

Dieses Heftl ist mir von meinem Chef persönlich auf den Tisch gelegt worden um es zu lesen. Ich hab auch damit begonnen, aber dann hab ich es nur noch überflogen, denn es kann nicht mehr, als jede andere Weinzeitschrift.

Ich hab natürlich sofort einige meiner Sommelierfreunde gefragt, ob sie dieses Blatt auch kennen und was kam zur Antwort: " Oida, da Playboy is ma lieba".

Tja, komisch, mir auch und daraus schließe ich, auch ein Sommelier zu sein ......

andreasbigler, 11.07.05 @ 00:05

und ich hab absichtlich nicht geantwortet,
weil ich noch immer der Überzeugung bin, dass solche Hickhacks bei den Restaurantkritiken nichts verloren haben. Dort sollte was über die Erfahrung eines oder mehrerer Besuche stehen und sonst nichts.

Aber hier sag ich gerne, dass ich KEIN gestörtes Verhältnis zu Sommeliers habe und auch nicht der Meinung bin, dass alle nichts wissen und dass alle Schlitzohren sind.

Ich habe schon viele Sommeliers, Weinkellner und Berufene erlebt und daher auch alle Höhen und Tiefen des Empfehlens. Ich hoffe auch, dass man mir glaubt, das zu kriegen, was ich will, wenn ich es bestelle, aber es ist nicht immer so, wenn ich einfach nach dem passenden Wein verlange.

Ich wollte Stephan Reitsamers (Sohn von Giselinde, jene Österreicherin, die den Spaniern spanische Kochkurse gibt) ein Extralob aussprechen, weil er seinen Job wirklich perfekt macht und das hat nichts damit zu tun, dass besagtes Lokal zu unseren Kunden zählt, denn unsere "Lacken" hat er eh nicht angeboten, da ich sie ja alle kenne!

Was mir aber echt auf die Socken geht, sind "Wurstköpfe", die meinen, bei all meinen Meinungen irgendwelche gestörten Verhältnisse zu erkennen. Ich persönlich mag gestört sein, aber ich hab' zu niemanden ein gestörtes Verhältnis und vorallem kann ich auch einstecken, und nicht nur austeilen!

Zum Abschluss noch eine Kleinigkeit: Sommelier ist eine Berufsbezeichnung, die man sich sogar über Kurse erwerben kann, aber deshalb ist man noch lange nicht dazu berufen (das gilt für jede Arbeit) .....

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