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Das Weinlog
16.08.05 @ 17:52
Deckungsbeitrag
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als Parallele zur nachbarschaftlichen Diskussion über 1,000€+ Dinner erlaube ich mir ein Thema zur Diskussion zu stellen, das mich seit längerem beschäftigt:
"Wie teuer dürfen die Weine sein, die ich mir im Restaurant noch leisten kann und will?" oder "Wie sollten Wirte ihre Weinkarten kalkulieren, um Kundenzufriedenheit und Ertrag in einem ausgewogenen Verhältnis zu optimieren?"
Einerseits geistert da der ominöse Aufschlag von 200% von Einkauf netto zu Verkauf brutto durch die Diskussionen, andererseits gibt es die persönliche verfügbarkeitsheuristische Wahrnehmung, dass die interessanten Weine auf den Karten der Restaurants immer teurer würden
Um nicht ausschließlich vorurteilsbehaftet zu argumentieren habe ich eine – in keiner Weise repräsentative – Stichprobe erhoben: In selbstaufopfernder Weise wurden den Weinkarten vierer Restaurants (drei davon in Wien) je eine Hand voll (genaugenommen fünf) unterschiedliche Weine entnommen und deren Preise mit dem aktuellen Einzelhandelspreis (brutto) verglichen.
Das (auf Grund der geringen Stichprobengröße) nicht im Geringsten signifikante Ergebnis der linearen Regression ergibt ein Aufschlag von 73% + 13€.
Obwohl es natürlich Ausreißer nach oben und unten gibt, unterscheiden sich die untersuchten Restaurants interessanterweise nicht wesentlich voneinander.
Das würde bedeuten, ein Wein der im Geschäft 10€ kostet würde im Restaurant um rund 30,30€ gelistet (ergibt sich durch: 10€ + (10€ * 73%) + 13€). Ein Wein der um 100€ zu bekommen wäre schlüge sich mit 186€ auf der Rechnung nieder (100€ + (100€ * 73%) + 13€).
Von den zwanzig Weinen liegen immerhin siebzehn im Bereich +/-20% des so errechneten Preises.
Nun halte ich diese Kalkulation immer noch für beachtlich, muss aber doch vor der Gesamtheit aller Wirte ein klein wenig Abbitte leisten, da ich intuitiv einen (noch?) höheren Aufschlag erwartet hätte.
Oder ist der Aufschlag gar nicht hoch sondern an der Untergrenze dessen, was den Wirten gerade noch vor dem Gang zum Konkursrichter bewahrt? Oder rechnen die Speisinger Wirte oder die Speisinger gut bekannten Wirte ganz anders?
29 Kommentare | Kommentar abgeben
classic-wine, 27.08.05 @ 18:11
? Preis ? Tipp ?
Bei Franz Quendler in Wien gibt schon sehr gut gemachte Bordeaux (2000,2001) ab 10.-- Euro (inkl Mwst)........
Dolcetto, 24.08.05 @ 16:10
Preise die keiner gewinnt.
A8uffallend an der Diskussion ist doch, daß hier jeder sich über die Wirt´n und Händler aufregt, aber keiner hier auch mal über die teilweise gesponnen "Ab-hof" -preise der Winzer aufregt.
Neulich in einer Vinothek in Wien hörte ich durch Zufall ein Gespräch zwischen Winzer (W) und Händler (H):
W: Mein GV XY hat 90 Punkte im A LA Carte bekommen. Fein? Oder?
H: Fein, dann wirst Du sicher billiger, oder?
Wahr ist doch, manche Winzer verwechseln doch eindeutig Weinmachen mit Gelddrucken.
Auch ist wahr, daß ich als Kunde für 30 Euro brutto (=inkl) lagerfähigeren Bordeaux kaufen kann (ab Vinothek), als für das gleiche Geld ab Hof in Österreich.
Meiner Meinung nach ist der Markt auf allen Seiten z.Z. einfach nur überhizt!
andreasbigler, 23.08.05 @ 14:14
@ noapino
Brutto - Netto:
Daher reden Deppen wie ich, immer von "ohne Steuern und Angaben" und von "alles inklusiv", dann haben auch die G'scheiten keine rechnerischen "Bröseln"!
noapino, 22.08.05 @ 18:32
brutto & netto
offenbar verliert nicht nur die deutsche noch- (?) Oppositionsführerin bei brutto und netto gegentlich den Überblick ;-)
andreasbigler, 22.08.05 @ 18:30
Ein Lied singen?
iich glaube, Martin Buttinger, ich und vieeeeeele andere Weinhändler könnten im Chor anstimmen "Linke Bazillen", denn es ist unglaublich welche Risikobereitschaft manche "Neueröffner" unter den Wirten an den Tag legen und wie wenig Charakter manche von denen haben, wenn sie "ihre" Ware nicht zahlen und sich dann auch noch kühl lächelnd flach legen!
Aber EK "Null" mal 1000% bleiben glaub ich noch immer null - wenn einer auf der Strecke bleibt, dann gehen gleich 10 andere den Bach mit runter!
Na fesch ......
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