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Das Weinlog

23.08.05 @ 22:17

Es regnet

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Aus aktuellem Anlass muss ich an die Möglichkeit einer verregneten Ernte denken, die für die Weinqualität katastrophale Auswirkungen haben kann. Gut ausgestattete Winzer können aber die Notbremse ziehen und den Most in einem Vakuumverdamper konzentrieren. Ist das ein zulässiger Eingriff, um die Weinqualität künstlich zu erhöhen?

Dem Weinbauern wirds egal sein, wenn seine Ernte auf dem Spiel steht. Für mich stellt sich aber die Frage, ob der Konsument darüber aufgeklärt werden sollte, da technisch immer mehr aufgerüstet wird und von dieser bequemen Mostaufbesserung immer mehr Gebrauch gemacht wird.

Liebe Speisinger & Traubinger, wo zieht Ihr die Grenze zwischen raffinierter Kellertechnik und unzulässiger Manipulation? In der Neuen Welt ist beispielsweise auch der Einsatz von Eichenschnitzeln gang und gäbe, um kostengünstig Barriquegeschmack zu erzeugen. Aber derart plumpe Manipulation ist wohl beim Ergebnis leicht wahrnehmbar, anders als bei subtileren Tricks...

37 Kommentare | Kommentar abgeben

ChristophWagner, 24.08.05 @ 18:09

@minimalist: Kein Lebensmittelpolizeistaat
Natürlich bin ich nicht für einen Lebensmittelpolizeistaat, und ich halte auch nichts davon, die Etiketten mit ganzen Kolonnen von Inhaltsstoffen und Warnhinweisen zu füllen. Ich wünsche mir nur ganz klare gesetzliche Richtlinien, was man in Önologie und Gastronomie darf, was verboten und was kennzeichnungspflichtig ist.

So halte ich beispielsweise die in Italien üblich gewordene Praxis, Gerichte, die Tiefkühl- und Fertigkomponenten enthalten, mit einem Sternchen zu kennzeichnen, für ein durchaus ausreichendes und keineswegs dirigistisches Instrument.

Ein ähnliches Symbol (muss ja kein Totenkopf sein) könnte beim Wein darauf hinweisen, dass die Grundsubstanz durch bestimmte Beigaben oder Verwendung von Hi-Tech (Umkehrosmose, Fraktionierer, Bestrahlung etc.) künstlich verändert wurde.

Wenn man wieder ein eigenes Handbuch benötigt, um die Etikette richtig zu lesen, dann geht der Schuss mit Sicherheit nach hinten los.

Dolcetto, 24.08.05 @ 17:10

Fachhandel? Ehrlichkeit?
bd ... sehr guter Fachhandel? Wer ist denn gemeint? Würde mich interessieren, denn auch ich bin immer auf der Suche nach Fachhandel mit fairen Preisen und wirklich guter Beratung.

-bd, 24.08.05 @ 16:53

Herzlichen Dank...
...für die freundliche Aufnahme in der Gemeinde! Ich habe mich sehr über die gute und kritische Resonanz auf mein erstes Posting gefreut. Den Hinweis auf die Preisgestaltung für High Tech-Weine finde ich besonders wichtig. Im Niedrigpreissegment gestehe ich dem Produzenten durchaus vielfältige Aufbesserungstricks zu, aber wenn ich tiefer in die Tasche greifen muss, möchte ich möglichst viel über den Wein erfahren. Und das kann ich meist nur im sehr guten Fachhandel oder beim Winzer selber, aber ob dieser etwas verschweigt hängt gänzlich von der angesprochenen Ehrlichkeit ab.

Minimalist, 24.08.05 @ 16:42

Wahrheit und Strafe
Herr Bürgermeister, deklaration, unbedingt! Aber wovor ich etwas Angst habe, ist der bedingungslose Konsumentenschutz. "Wie gross MUSS eine Wurstsemmel sein und wieviel DARF sie kosten"? Mit Strafandrohung.
Ein abschreckendes Beispiel aus meiner sw Branche: hervorgerufen durch einen unglaublich unrealistischen amerikanischen Konsumentenschutz finden Sie in jedem Lizenzpapier die berüchtigte "Limited Liability" Klausel. Auf gut Deutsch: "wir garantieren für gar nichts". Wir haben gar keine andere Chance, sonst wären wir Gegenstand ständiger Klagen. Denn, wenn es sein muss, stellt sich der Anwender immer blöd.
Das möchte ich den Weinmachern und Köchen dann doch ersparen.

pastinake, 24.08.05 @ 16:20

@Produktwahrheit
In der Beurteilung von Speisen traue ich mir zu, dass ich eine Schwindelei "herausschmecke". Beim zitierten Zander zumindest mangelnde, Frische, lange Gefrierzeit - da ist es dann schon egal, ob er aus dem nahen oder fernen Gewässer stammt.
Beim Wein bin ich mir gar nicht so sicher, ob ich gröbere Manipulationen immer schmecke. Jetzt stellt sich die Frage: genügt es mir, wenn der Wein mir schmeckt, auch wenn er manipuliert wurde - Hauptsache ich weiss es nicht?
Nein, ich will schon eine Deklarierung, denn dann kann ich - unabhängig vom subjektiven Schmecken oder Nicht-Schmecken - durch mein Kaufverhalten bewusst Winzer unterstützen, die nicht manipulieren.

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