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Christoph Wagner's Weblog
18.08.05 @ 21:20
Als hätte Alain Senderens sich in speising.net eingeloggt...
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...kam es mir vor, als ich soeben las, dass er nicht nur seine drei Michelin-Sterne feierlich an die Absender zurückgab, sondern auch ankündigte, sein „Lucas Carton" auf der Pariser Place Madeleine nach der Sommerpause als Restaurant völlig neuen Stils zu eröffnen.
"Ich möchte einfach eine andere Küche anbieten", begründet Senderens seinen Entschluss. Nicht mehr 300 Euro solle in Zukunft ein Essen bei ihm kosten, sondern nur noch maximal 100 Euro. Statt Seebarsch werde es eben auch einmal Sardinen, und davon eine anständige Portion geben, sagt der Meisterkoch. Es sei auch nicht mehr zeitgemäß, wenn sich drei Kellner um einen Gast kümmerten.
Die „Zeiten großer Teller, auf denen neben einem Morchel-gewürzten Stück Gänseleber eine kleine Handvoll fein gedünsteter Gemüsestreifen ruhen" verweist Senderens jedenfalls in die gastronomische Vergangenheit, wenngleich er gleichzeitig durchaus glaubwürdig versichert, „weiterhin große Küche" machen zu wollen.
Ich persönlich ärgere mich dennoch ein wenig über den Zeitpunkt dieser Entscheidung. Denn ich zählte zu den letzten, die bei Senderens noch 300 Euro p.P (es war sogar etwas mehr) berappen durften — und außer tatsächlich vieler herumstehender Kellner nicht wirklich Bemerkenswertes dafür bekamen.
Jetzt muss ich wohl um 100 Euro wiederkommen...
s. dazu auch den Artikel „Sterne-Gastronomie" zu stressig" von Petra Klingbeil, www.n-tv.de/536183.html
42 Kommentare | Kommentar abgeben
profiler, 19.08.05 @ 11:04
spinnerte küchenchefs.....
wenns nicht so traurig wäre, dann wäre es schon beinahe lustig wie fast alle gängigen klischees, die gastronomie betreffend, bemüht und benutzt werden.
grundsätzlich ist einmal festzustellen, dass es ja jedem unbenommen bleibt in welcher liga er spielen will und welchen anspruch man an sich selbst stellt. was dann der einzelne daraus macht und mit welchen mitteln und methoden das angestrebte ziel (hauben, sterne oder einfach nur geld) angegangen und vielleicht auch erreicht wird muss jeder für sich selbst entscheiden.
interessieren würde mich was denn so im landläufigen sinne ein spinnerter küchen chef ist? bin ich auch ein "spinnerter" wenn ich verlange dass handwerklich perfekt gearbeitet wird und mit lebensmitteln sorgfältig umgegangen, pünktlich zur arbeit erschienen wird und sauber gearbeitet wird. ich habe in meinem persönlichen bekanntenkreis mindestens gleich viele spinnerte küchenchefs die völlig ungeil auf hauben und sterne sind und auch ohne auszeichnung ihr umfeld traktieren. genauso viele besternte und mit hauben versehene kollegen gibts, die völlig ausgeglichen, unhektisch und kameradschaftlich ihren arbeitsalltag bestreiten.
nichts ist schneller zu widerlegen als ein vorurteil...
und jetzt muss ich wieder ein bischen was arbeiten, damit die hauben gerade sitzen ;-)......
mit ungestresstem gruss
apicius, 18.08.05 @ 22:40
Nicht nur zu stressig...
...sondern total überholt.Der gescheite Mensch braucht keinen Guide Nasenring um gutes Essen zu finden. Noch nie gab es eine variantenreichere Landwirtschaft gleich nebenan. Und das Beste ist die EU - Auszeichnungspflicht über Herkunft und Ingredenzien der Speisen. Da fallen bei uns 98% der Spitzenrestaurants völlig durch. Außerdem finden sich keine jungen Köche mehr die solchen Barock mitmachen wollen, für ein paar Euros einem spinnerten Küchenchef der geil auf Hauben und Sterne ist, hörig zu sein.
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