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Christoph Wagner's Weblog
28.09.05 @ 02:14
Bundeshymne & mehr
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Nachdem die Bundeshymne nun endlich politisch korrigiert worden ist, sollte man, meine ich, als nächstes die heimische Küchensprache auf Gender-Diskriminierungen durchforsten. Dazu einige Beispiele für Vokabel, die unbedingt durch neue ersetzt werden sollten.
Arme Ritter - Reiche Amazonen
Besoffener Kapuziner - Trunkene Kreuzschwester
Blunzentascherl - Trottelravioli
Caesar´s Salad - Cleopatras Salad
Christstollen - Madonnenbrot
Esterházy-Rostbraten - Rumpsteak Easter-Bunny
Fisch-Burger - Fischbürgerin
Gazpacho - Ganzmacho
Grenadiermarsch - Grenadinewalzer
Grießkoch - Grießköchin
Herrenpilz - Damenschwammerl
Hirschkeule - Hindenkeulin
Kardinalschnitte - Äbtissinnen-Gigolo
Kavalierspitz - Femme-fatale-Kugel
Mohr im Hemd - Black beauty im Negligé
Prinzenrolle - Prinzessinnenpurzelbaum
Sautanz - Ebertod
Schlosserbuben - weibliche Fachkräfte in Männerdomänen
Schweinsjungfer - Saujunker
Steak Robespierre - Steak Marie Antoinette
Tiramisu - Tiramisa
Im übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeshymne ab sofort Bundeshymen heißen sollte.
41 Kommentare | Kommentar abgeben
ChristophWagner, 28.09.05 @ 10:20
Hammer
Die von profiler angesprochene Nationalratssitzung ist, wie man sich derzeit live auf FS 2 überzeugen kann, wirklich ein Hammer. So gesehen kann der BH-Txt „Land der Hämmer", obwohl es keine Hammerwerke mehr gibt, bleiben. Mein ursprünglicher Vorschlag, daraus ein „Land der Koffer" zu machen, kann hingegen entfallen.
Hot-Volant, 28.09.05 @ 10:18
neue Hymne
"I bin der Ötzi aus Tirol" wär doch auch eine Möglichkeit.
Oder eine Neutextung und Komposition des österreichischen Lebenslaufes: Ich wurde als Mozartkugel geboren, bin als Sängerknabe aufgewachsen und bin jetzt ausgewachsener Lippizaner. Oder: ich bin als Creme-Schnitte geboren,... ach was, ich werde schon wieder ausfällig.
alma, 28.09.05 @ 09:17
Die Schuld der Mütter ...
... ist ausreichend besprochenes Thema ebenso wie die gesellschaftliche Determiniertheit der Mütter selbst. Und auch die gute Paula ist mit ihrem Text Tochter ihrer Zeit; die zeitüberschreitenden Ausnahmeerscheinungen in künstlerischer Hinsicht würden wohl kaum als Textlieferanten für etwas so Bodenverbundenes wie eine Hymne, des ganzen Landes zudem, Gehör gefunden haben.
Sprachen bilden Lebensbedingungen ab, Sprachen verändern sich; die neuerdings aber so (politisch bzw. erzwungen rechtschreiblich) korrekten Änderungen sind Merkwürdigkeiten, die Gewachsenes gewaltsam beschneiden.
Zum Glück wuchert daneben reichlich Unkraut!
Aber zurück zum Kulinarischen: die Zubereitung eines Hühernbusens zeugt entweder von weiblichem Selbstbewusstsein oder männlicher Hingabe; aber darf ein Scheiterhaufen aber in einem Land ohne Todesstrafe ruhigen Gewissens verzehrt werden??
apicius, 28.09.05 @ 09:13
Die Bundeshymne sollte..
... alle 10 bis 20 Jahre der Zeit angepasst werden. Denn wenn ein Staat völlig pleite ist kling manche Hymne schon etwas "selbstverarschend".
Ein guter Sänger sollte von Zeit zu Zeit beaufragt werden ein entsprechendes Lied zu schreiben. Fendrichs Lied : "I am from Austria" würde dem "Restfaschisten" in uns genügen.
Hot-Volant, 28.09.05 @ 08:38
meine Beiträgin
Das mit dem Bundeshymen kann als schlagender Beweis angesehen werden, dass Politikerinnen ihren männlichen Kollegen aber schon absolut nichts an Ignorantentum und Verblödetsein nachstehen. (Man beachte meine sorgfältige Wortwohl der sächslichen Begriffe.) Der unnotwendige Vorstoss "einer kleinen, schlichten Änderung" beweist entweder Mangel an Konsequenz oder schlichtes politisches Versagen, denn von einer Politikerin hätte ich mir erwartet, dass sie auch den Text der dritten Strophe kennt in der von den Bruderchören die Rede ist. Es fehlt daher die Änderung: "Lasse in gemischten Chören, Vaterland, dir Treue schwören.
Allerdings ist es auch gut so: die Töchter bewirken noch lange nicht so viel wie die Brüder.
Ich entschuldige mich bei allen lesenden Damen für den herauszulesenden Chauvenismus. Doch Dummheit kann nur durch noch größere Dummheit überbrüllt werden und läßt keine sachlichen Argumente zu.
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Für mich ist ein Eingriff in eine Dichtung deswegen nicht statthaft, weil eine Dichtung etwas "Verdichtetes" ist. Ich kann nicht ein Wort durch ein Synonym oder eine Kombination ersetzen, weil dann der ursprüngliche Anspruch, so wort-sexistisch man ihn auslegen möchte, verloren geht. Wie man am Text erkennen kann, ist alles männlich unterlegt: der Berg, der Strom, der Acker, der Dom, der Hammer, das V a t e rland. Selbst Schönheit, die man vielleicht weiblich sehen kann, wird z u m Schönen. Da macht eine oder mehrere Töchter das Kraut nicht fett.
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Unangenehmerweise ist der Text von einer Dichterin verfasst, man kann also nicht unterstellen, dass hier eine sublime Beeinflussung stattfinden soll. Eher, dass schon eine stattgefunden hat. Dass es die Mütter sind, die ihre Kinder ungleichberechtigt erziehen. Und von hier an läßt sich dann eine wunderbare Emanzipationsdebatte anschließen...
--- 04.09.18 @ 20:56
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Über würdige, reife Weine / schischi: Mein persönliches Highlight - Uns hatte einmal ein Winzer, das muss so um 2010 gewesen sein, einen Weißwein... [mehr]
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Was Chemtrail-Glaube und Biodynamischer Weinbau eint / OberkllnerPatzig: Feuer - Was man womöglich noch hinzufügen kann ist, dass manche Winzer, die sich rühmen,... [mehr]
--- 18.04.17 @ 12:49
Rauf die Preise! / PICCOLO: Schnell kommt man ans Bildermalen... - Doch schwer an Leute die es bezahlen. So salopp sagen, die Preise sollen rauf,... [mehr]
--- 13.10.16 @ 13:42
Rauf die Preise! / Meidlinger12: Beisl - z.b. das Quell kann noch immer das große Gulasch um 6,90 anbieten. Muß aber... [mehr]
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Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
Das Gastlog --- 04.09.06 @ 16:45
Das Weinlog --- 16.04. @ 10:11
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33