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SPEISING Open

12.12.08 @ 12:08

Wieso, weshalb, warum? Das Forum in Speising ...

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Wie gelingen die besten aller Striezel? Wo finde ich einen feinen, feinen Staubzucker? Welche Schokolade ist für Trüffeln, handrolliert, zu verwenden? Selten überfallen einen die Fragen des wirklichen Lebens im Sinnieren, bei mir ist es meist sogar so, dass ich beide Hände voller Germteig habe, konzentriert im Marmeladenkochtopf rühre oder die Schnittlauchröllchen fülle.
Speising, natürlich. Diese Site muss aufgerufen werden, dann ist alles klar. Wäre alles klar, denn just in diesem Moment geht es um Nichtraucherlokale, da passt die Striezelfrage nicht dazu. Oder nur mit viel Fingerspitzengefühl… Etwas später: Puderzucker, wo war das noch mal? Hat man Glück, sprechen gerade viele von der Wollzeile, dann kann man elegant anknüpfen und hoffen, dass jemand anbeißt. Schokolade en gros für die Trüffelproduktion für Weihnachten? Jetzt ist das endgültige Aus hier. Oder kann mir jemand verraten, wie ich die Brücke von Belugalinsen zu Schokoladenkauf schlage?
Darum: ich wage es einfach, wer nicht fragt, muss auf Speising nachschauen! DAS ist doch ein hehres Ziel: nicht nur gute Lokale, gute Weine, gute Reisetipps, sondern auch ein Frage-Antwort-Forum unter den Usern auf unserer Lieblingssite. Der Ruf danach blieb nicht einem Einzelnen in der Wüste über, und daher ist es an der Zeit, wieder eine Art Forum zu initiieren. Fecit.

Als kleiner Einstieg: Wo finde ich Lindtschokolade, genauer: die Surfin, en gros? Der Zuckerlverkäufer meines Vertrauens ist in Pension gegangen, schluchz, und so bin ich orientierungslos. Natürlich gibt es sie bei einem Delikatessengeschäft in der Innenstadt, aber ich hätte gern einen halbwegs vernünftigen Preis…

Das Rezept dazu:
Sisselatrüffeln
270g dunkle Lindt Surfin oder ähnlich herrliche Schokolade (jeder hat ja andere Vorlieben)
230g weiße Lindt (detto)
250g Schlagobers
Bitterkakao (Lindt, wiederum – den habe ich aus ITALIEN importiert, in Österreich habe ich den noch nicht mal gefunden…) zum Wälzen
2 hitzebeständige Schüsseln
2 Schneebesen
Backpapier

Die Schokolade getrennt hacken, recht klein und von Hand, in zwei Schüsseln bereitstellen. Nun das Obers erhitzen, bis es steigt, vom Herd nehmen und ca. die Hälfte über die dunkle, die restliche Hälfte über die weiße Schokolade gießen. Etwas warten, dann die Massen zügig zu einer klümpchenfreien Creme rühren. Sollte das nicht vollständig möglich sein, die Schüsseln (hier entdeckt man, dass hitzebeständige von Vorteil sind) nochmals kurz auf die noch heiße Ofenplatte stellen, bis alle Klümpchen durch Rühren verschwunden sind. Nun die Massen abkühlen lassen, hernach auf den eisigen Balkon oder in den Kühlschrank stellen. Nach ca. 10 Minuten liebevoll umrühren, etwa 15 Mal. Wieder warten, diesmal allerdings kürzer – die Schokolade hat bereits angezogen und kühlt schneller aus. Nochmals umrühren. Diesen Vorgang ungefähr vier Mal wiederholen. Wenn die Masse weiche Spitzen macht, ist sie fertig zur Weiterverwendung: auf ein vorbereitetes Backpapier setzt man aus der dunklen Schokoladenmasse (und nicht kosten, man kann nicht mehr aufhören!) etwa 60 kleine Häufchen. Darauf kommen 60 etwas kleinere Häufchen der weißen Schokolade. Und nun: zwischen die Hände nehmen und sanft rollen, bis leicht angedepschte Kugeln entstehen (das wirkt charmanter als genau abgezirkelte…). Sofort im Bitterkakao wälzen, fertig.

Zugegeben, eine irre Patzerei, aber so wahnsinnig gut, dass es sich auszahlt. Viel Vergnügen!

Mazi

Genese geilster Sisselatrüffeln in Bildern findet Ihr [hier]

82 Kommentare | Kommentar abgeben

mazi, 17.12.08 @ 17:05

Hihi!
Ja, bitte Fotos!! Super, dass Du Dich drüber getraut hast, veuvecliquot, finde ich sehr spannend! Die Fotos können anscheinend nicht so zahlreich in den Blog (die Speising Redaktion hat sich extra schon dafür bei mir entschuldigt, danke!!), die zwei vorhandenen sind die Einzigen... Vielleicht geht es doch irgendwie?? Das wäre toll, denn dann ist die Gelingchance bestimmt besser. Aber gell, der Geschmack ist einzigartig?? Der Allerhöchste Dirigent nimmt sie als benchmark. Das ist ein Kompliment...
(und wenn ich mich recht erinnere, ist mein sehr lieber dfw auch nicht gerade abgeneigt, die Süßkugeln zu kosten;-))), und Freundeskomplimente zählen ja besonders hoch...

dschungeltier, 17.12.08 @ 15:53

und jetzt ein fotocontest
mazi hat ihre fotos eh schon abgegeben, nur gesehen haben wir sie noch nicht
veuveclicquot soll ihre bitte fotografiren
und dann vergleichen wir
(nein bitte nicht schlagen, kosten lassen)

veuveclicquot, 17.12.08 @ 12:10

ui
ich bin noch indifferent, ob ich die soeben vollendeten mazi-batzi meteoritensplitter oder ob ihres aussehens doch pestbeulen nennen sollen. kugerl sind das nämlich keine geworden :-) nicht einmal zerdepschte.
als die schwarze schokolade zipferl bekam beim umrühren, ging ich ans werk und machte exact 64 hauferl aufs blech. die weiße schokolade hab ich nicht auf ihre zipferlfähigkeit untersucht, ergo hatte ich zum schluß schwarze hauferl in weißer sosse.
dann hab ich halt die dann eh schon dickflüssige weiße sosse kunstvoll um die schwarzen hauferl geschmiert und sie sofort mit viel kakao zugelöffelt.

der kick am gaumen ist ein toller!!

danke fürs rezept, ich üb weiter!

mazi, 15.12.08 @ 14:29

Sehr gut.
Hihi, ich kann es mir bildlich vorstellen! Hab sehr gelacht, aber eben, die Unfälle sind echt was Schönes! Ich bekam jahrelang von meiner Mutti Topfentorte zum Geburtstag, weil ich mir das wünschte. Der Moment des Tortenanschneidens wurde genauestens geplant: Kerzen an, Lächeln an, Tortenring ab - und Foto, bevor die Torte leicht schräg zu rutschen begann... Und jedes Jahr haben wir sie dann brav aus den Schüsserln gelöffelt und Biskuitteile dazu gegessen. Aber die Topfencreme, die jetzt öfter als Edeldessert am Speiseplan meiner Mutti steht, ist fabelhaft... :-)

veuveclicquot, 15.12.08 @ 11:00

tolles rezept samt unfall
ist schon ein bisserl her, dass ich diese malakofftorte machte....


die leidensgeschichte einer malakofftorte und deren herstellerin

da waren doch diese biskotten noch im vorratskasten.. biskotten aus italien, die müssen gut sein, aus denen mach ich eine malakofftorte. dass ihr ablaufdatum schon in der vergangenheit lag, störte mich nur wenig. was soll denn an den dingern auch kaputt gehen?

also schritt ich fröhlich an die herstellung der creme. man rühre butter schaumig. gut. man schmeisse drei dotter rein und rühre weiter. gut. staubzucker dazu. gut. bis auf die DREI dotter hatte ich keinerlei mengenangaben, aber da ich immer dynamisch koche, war das egal. ich nahm halt wie es kam.

in die creme, die nicht sehr schaumig war, rührte ich dann noch ein gutes stamperl rum und einen halben becher schlagobers. ungeschlagenes. weniger gut. weil sobald alkohol ins spiel kommt, beginnen die streitigkeiten und ei und butter vertrugen sich nimmer und gingen getrennte wege. ich rührte ungerührt weiter und beschloss, dass man den mangel in der fertigen torte unter all dem dann geschlagenen schlagobers eh nicht merken würde.

dann gings ans tauchen der biskotten, der italienischen, deren ablaufdatum historisch war.

nach der dritten biskotte fielen mir so komische schwarze wuserl in der milch auf. nach der fünften biskotte fielen sie mir unangenehm auf und nach der vollendeten ersten lage beschloss ich eine wissenschaftliche untersuchung der wuserl zu machen.

naja. weniger gut. die wuserl waren bereits verendete kleine käfer, die vor unzeiten, sozusagen im kambrium der biskotten, in denselbigen lebten.

so wurden denn die getunkten und die ungetunkten biskotten den hungerleidenen vögeln im wald serviert und ich fand ein neues packerl, dessen ablaufdatum noch gar nicht so lang zurücklag. ob meine familie so frisches zeugs überhaupt verträgt?

ich tauchte. ich legte. ich schmierte die eibutterstreitcreme darauf, woraufhin sich alle getunkten und daher weichen biskotten aufbäumten und wie weiland die alpen falten schlugen. weniger gut.

dann kam eine weitere schicht biskotten und dann musste ich erkennen, dass ich a) keine creme mehr hatte und b) weder butter noch eier im haus waren. weniger gut.

im spar hatten sie. aber dieser spar ist drei feldwegkilometer weg. ich musste also leider die co2 belastung der erde noch ein wenig vermehren und grundstoffe einkaufen fahren.

am weg nach hause traf ich eine freundin, die gerade ziemlichen stress mit strassenarbeitern gehabt hatte und wir mussten zur nervenberuhigung dringend ein glas prosecco trinken. gut. sehr gut.

ich rührte dann butter mit zucker schaumig. nicht sehr schaumig. die geduld hab ich nicht. dann goss ich rum hinein. kein stamperl. ein richtiges stamp. dann fügte ich die dotter hinzu, immer einen nach dem anderen und siehe da, wenn die butter gleich besoffen ist, gibt es mit den eiern keinen streit.

dann kam ich creme auf die biskotten. vorsichtig um eine weitere alpenauffaltung zu vermeiden.

tja.

und dann fuhr ich ins spar um biskotten.

und schlussendlich musste ich die küche aufwischen, denn eine tortenform ist nicht dicht und der milchrumsaft rinnt bei springformen raus und runter.

weniger gut.

die torte wurde am nächsten tag mit geschlagenem schlagobers (viel) bestrichen, mit kirschen belegt und von meinen familienmitgliedern verzehrt. mit butz und stingl.

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