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Kirchenwirt und Vinarium (Leutschach)

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Ich/wir sind geschäftlich in Österreich und Deutschland sehr viel Unterwegs, so genießen wir auch in unseren freien Zeiten immer die Vorzüge einer guten Küche – so wollten wir am 14. Jänner 2007, diesmal im Urlaub, den Kreuzwirt bei Leutschach besuchen, dieser hatte jedoch wegen Betriebsferien bereits geschlossen. Da wir vier großen Hunger hatten und wir auf einen Service einer guten Küche nicht verzichten wollten, befragten wir einen Einheimischen, wo hierorts eine Gaststätte geöffnet ist – Antwort: der Tom im Leutschach, glaube ich, hat geöffnet.

So fuhren wir in den Ortskern von Leutschach und machten uns auf eine mühsame Suche nach dem genannten Lokal – wir sind daran zweimal vorbeigefahren obwohl die Küche in Form eines großen Schaufensters direkt auf die Bundesstraße präsentiert wird (sehr transparent) und gearbeitet haben zwei Personen, dies konnten wir nach dem direkten Blick – alles Blitzsauber – feststellen. Wir haben das Lokal betreten, ersten es war restlos voll ( jetzt wissen wir auch warum), zweitens das Ambiente zwischen einer Verbindung des alten Interieurs vom damaligen Kirchenwirt mit dem heutigen Zebrano Look ist einfach mehr als gelungen und wie wir erfragten wer der Architekt gewesen ist, wurde uns als Antwort vom freundlichen Servicepersonal gegeben – der Chef des Hause, der sich auch gerne nach seinen langen Jahren im Beamtenstatus betätigt – die ältere Dame antwortet, er kocht nicht nur gerne, er hat auch gerne Baustellen um sich.

Aber nun zum wesentlichen: Das Lokal war restlos voll und uns wurde im vorderen Bereich der große Stammtisch angeboten, er wurde eingedeckt, jedoch ereilte uns das Glück, dass wir uns doch noch im netten Speiseraum niederlassen konnten, wohl bemerkt ist hier im Speiseraum alles Nichtraucherbereich, welches mehr als positiv ist. Nun zur Küche und zum Service, wir hatten uns anhand der vielen Gäste nicht großen Höhenflüge der Küche erwartet und wie schon bemerkt waren wir 4 Personen und wir hatten alle samt Gusto auf verschiedene Gerichte in der Speisenkarte.

Als Vorspeise bestellten wir Kohlrabi hauchdünn mit Räucherfischcreme und Lachsforellentatare – Kommentar: sehr leicht, sehr ausgewogen und der eingekochte Apfelsaft mit dem hausgemachten Soletti waren eine perfekte Ergänzung, Vorspeise 2: Gänsestopfleberparfait mit Pignoli und geschmolzenen Rosmarinäpfeln, sehr dezent und leicht gesalzen und serviert mit hausgemachten Nusspumpernickel – ein wahrer Hochgenuss, denn Gänseleber ist nicht gleich Gänseleber.

Nun zu den Suppen bzw. zum traditionellen, die Rindsuppe mit Kräuterfritatten, Suppengemüsen mundete gleich intensiv wie beim Hitzingerbräu – nicht mehr zu Toppen, die Weißkrautschaumsuppe mit Brombeeren und Speck sind wahrlich ein Erlebnis mal 3 – etwas säuerliches, etwas schaumiges, etwas knuspriges, noch als drittes erlaubten wir uns die die Kutteln mit Paradeisern, Basilikum und Oliven zu bestellen – hier banal als Fleck mit Tomaten bezeichnet, jede Oma hätte gerne so einen Schwiegersohn, der solch eine Flecksuppe kocht.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurde von uns als Aperitif ein Muskateller vom Weingut Elsnegg und eine Sauvignon Blanc vom Peter Skoff getrunken und bevor wir es vergessen jeweils ein Glas vom Hausbier – passt hier auch wirklich in die Region, den Leutschach betreibt ja auch Hopfenbau.

Nun zu den Speisen, Hauptgericht 1: Beiriedschnitte vom Styria Beef mit Rotwein – Thymiansauce und Trockenfrüchten, dazu wurden wirklich hausgemachte Nudeln gereicht – meine Beurteilung – bestes Fleisch seit langem was ich gegessen habe, die Sauce mit den Trockenfrüchten und den Nudeln war der Geschmacksknaller schlecht hin, sämig, leicht süß und leicht säuerlich.

Hautgericht 2: Süsswasserlachs gebraten und gedämpft mit knackigem Fenchel – Orangengemüse und einer feinem Salatcreme, roter Reis – ist gemäß Aussage meines Freundes so etwas wie er sich Lachs vorstelle – so etwas auf den Punkt, ein Wahnsinn – sein letztes Lachsgericht gegessen bei Johanna Maier konnte mit der hier präsentierten Ablieferung bei weitem nicht mithalten – PS: die Salatcreme dazu harmonierte Perfekt auch der Wein – OPOK vom Weingut Muster aus Schlossberg – diesen hatte ich auch zu meiner Beiriedschnitte.

Hauptgericht 3: Remschnigger Lamm = Lammhüferl geschmorrt – hier ist wirkliche Französische Klassik bemerkbar- Top Jus feinst abgeschmeckt – serviert hiezu wurde noch eine kleine Lammkrone – natürlich auch auf den Punkt mit Paprikagemüse und einem Sterzgugelhupf – für meine Frau ein Traum als Lammfreak, dazu hat sie einen Blauburger vom Weingut Kollerhof/Lieleg getrunken.

Hauptgericht 4: Ausgelöste Keule vom Sulmtaler Huhn mit feiner Brotfülle, als draufgabe noch eine kleines Stück Brust und eine paar mitgebratene Erdäpfel – die Lebensgefährtin meines Freundes wollte am liebsten den Teller abschlecken, aber das schickt sich ja nicht, als Weinbegleitung hiezu wurde ein Glas Weißburgunder Terra Gomelitz auf Empfehlung getrunken = gute Empfehlung. Bevor wir zu den Nachspeisen kommen soll aus das Preisverhältnis einmal gesagt werden, das Menü mit 4 Gängen kostet € 25 – PS: ich hätte es schon fast vergessen – als Gruß aus der Küche wurde eine Kohlcappuccino mit knusprigen Sellerie serviert – diese Amuse gueule ist alleine von dem Geschmack den Weg dorthin Wert. Tagesempfelungen von der Vorspeise bis hin zur Nachspeise kosten € 11,50 bis € 14,00 – sehr günstig – denn die bis dahin gebotene Qualität in Geschmack und Optik haben wir schon in machen drei und vier Hauben Lokalen nicht geboten bekommen. Aber die Nachspeisen fehlen ja noch – auch hier wurden wir nicht enttäuscht.

Mandelparfait „Florentin” – Geschmack pur und fast zu Schade zum Essen, originell der Bananen–Nougat-Toast – serviert in einer Serviette wie in den 70er Jahren – dazu hat es noch Pfefferminzeis gegeben – dieses einfach Dessert hätten uns unser Kinder von den Tellern gestohlen. Dessert 3: Grantapfel – Mandarinensorbet mit Schoko-Karamell Wan Tan – Kim kocht hier nicht – einfach, genial, perfekt. Dessert 4: Hirseauflauf auf eingekochten Basilikum-Pfirsichpüree mit Kokoseinsknödel – hätten jeden Hasser von Reisauflauf und Co bekehrt – als Abschluss wurde wieder aus der Trickkiste vom Weingut Kollerhof empfohlen – Auslese Riesling Orange, geschmackvoll – wir nehmen gleich drei Flaschen mit.

Fazit: Hier stimmts, Küche aus unserer Sicht aller höchstes Niveau und wir wissen von was wir sprechen, Service Leger und kompetent, Preis mehr als nur zivil.
Neuer Wind im alten Gemäuer.

Tom R. hat den Kirchenwirt Leutschach neu adaptiert und kocht verfeinerte steirische Küche mit teilweise asiatischen Komponenten.

Geboten wird neben einer kleinen aber feinen A la carte Karte, daraus auch ein Auszug als 4 Gang Menü (frei wählbar) um sagenhafte 23 Euro.

Leichte Zitronengras-Gurken-Kaltschale mit angenehmer Zitronengrasnote, tadellose Tagliatelle mit Lammsugo (Sugo etwas verhalten gewürzt), geschmorte Schweinsbackerl in sehr dichter Sauce mit Cremepolenta, und als krönenden Abschluß eine zarter Grießschmarrn mit Weichselröster und Weichseleis.

Service sehr umsichtig und kompetent.

Weinkeller mit sehr verhaltener Preispolitik: Jeden Wein gibt es zum Ab-Hof-Preis, pro Tisch werden fünf Euro Stoppelgeld verrechnet.

Empfehlenswert!

1 Kritik | Kritik verfassen

Speising sagt

sehr gut

empfohlen von cointreau am 03.08.06 @ 10:44

Adresse

Arnfelser Straße 2
8463 Leutschach
Telefon: 0 34 53.700 99

Ruhetag(e): Mo, Di
Küchenzeiten: Mi-Sa 11.30-14.30, 17.30-21, So, Fei 11.30-14.30 Uhr
Menüpreis: €€

Inhaber: Thomas Riederer
Küchenchef: Thomas Riederer
Besonderheiten: Kochkurse für Kinder

www.trac.at

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