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SPEISING Open
04.01.10 @ 00:08
Da sperrt der Wirt.
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Wir lesen in Postings, dass ein Wirt, der versucht hat, seine Künste leistbar anzubieten, zusperrt. Wir werden leider von weiteren in Folge lesen.
Gleichzeitig ereilen uns Beschwerden, dass der Wein gelegentlich zu teuer sei - non appropriate.
Wir wollen schwelgen, genießen, freuen uns über handwerklich perfekte und gustatorisch sensationelle Gerichte, empfehlen die Wirten weiter, die diesen Spagat - Hohe Qualität zu niedrigen Preisen - versuchen, und bedauern dann, dass diese wieder zusperren.
Ist das gerecht? Womit soll ein Gastronom eigentlich verdienen dürfen? Oder: Womit soll er sparen dürfen?
44 Kommentare | Kommentar abgeben
kubse, 14.01.10 @ 13:16
Naja, wenn ich mein eigenes Konsumverhalten bedenke, ist es schon so: In der Katze zahl ich für Gobelsburg Tradition 29 Eier, das ist innerhalb jeden für mich vernünftigen Rahmens, ich geb's offen zu (mein Ruf ist eh schon dahin ;-)).
Wenn jetzt der Günter einen Schankwein offeriert, der das kann, was ich mir von einem guten Wein erwarte, dann hat er einen Bouteillentrinker weniger.
Wobei ich schon sagen muss: Ich mag's, wenn die Flasche am Tisch geöffnet wird, ich mag die größeren Gläser, usw.
Ich mag nicht am Schankwein: diese kleinen Römerchen oder ähnliches Scherbenzeugs. Das stört mich mehr als eine Papierserviette ;-)
Hirn_mit_Ei, 14.01.10 @ 11:55
das hat der kubse schon recht
natürlich ist es der gesamteindruck der die zahlungsbereitschaft ausmacht. und der gmoakeller ist natürlich ein gutes bsp. der ist einfach stimmig. nicht billig aber dennoch beisel und nicht "gutbürgerlich", niederschwellig, passt.
was die weine betrifft möchte ich auch noch was sagen. ich brauche in einem beisl keine große auswahl und keinen weinkeller. es gibt in österreich und vorallem im umfeld von max 100km von wien oder 200km wenn man die stmk mitnimmt wirklich gute tischweine in literflaschen oder dopplern oder auch im klassischen gebinde. es ist mir manchmal ein rätsel wie manche wirtn bei der weinauswahl ihrer hausweine/schankweine ins klo greifen. warum tun die das? woher kommen diese weine? oder ist das nur damit man die teureren flaschen bestellt?
kubse, 14.01.10 @ 11:03
Der Besuch der alten Dame
Da ging man jahrelang nach fast jedem Brahms-Saal-Konzert in größerer Runde hin, weil sich die alte Dame, Präsidentin des Fanclubs, einbildete, dass es dort "so gut" ist. Mir hat jedesmal gegraust. Stinkende Räume, schlechte Weine, und als einzig essbare Speisen Würstel und Gulasch, was darüber hinaus ging, war nicht genießbar (gebackener Emmentaler z.B. in fürchterlicher Erinnerung!). Ich hab einmal einen Blick in die Küche werfen dürfen, furchtbar. Allein der Anblick der trostlosen Gestalten da drin war abstoßend. Die Kellner bemüht, aber 3. Wahl.
Die Rede ist vom "alten" Smutny in der Bösendorferstraße, nun endlich geschlossen.
Wieso glaubte die alte Dame, dass es dort "so gut" gewesen sei? Da hatte sich scheinbar über Jahrzehnte ein Image bei dieser Generation gehalten, gestützt durch eine kaum zu überbietende Lage. Und wie kann man so einen Bonus derart versemmeln? Klar sterben die anbetenden Generationen irgendwann weg, und wenn dann nicht auch Qualität passiert, interessiert dieses Wirtshaus bald niemanden mehr außer die paar Dippler, von denen aber kein Wirt leben kann.
Es geht auch anders. Im Gmoakeller zum Beispiel.
Was da an Legenden eingemottet wurde zugunsten eines lebendigen, frischen Wiener Wirtshauses in bester Tradition, ist wirklich bewundernswert.
Da ist ein junger Wirt mit familiärer Vorbelastung, der diese bestens für sein Unternehmen nützt. Sicher wird er Starthilfe gehabt haben, aber eines ist offensichtlich: der Sebastian Laskowsky ist bei aller Fröhlichkeit immens fleißig. Ich war noch nie im Gmoa ohne ihn dort anzutreffen. Sein Team hält er bei Laune, keine Frage. Das Essen ist immer gut, egal ob in der Metro eingekauft oder am Markt (was ich weniger glaube), die Bedienung ist Wiener Schmäh at its best, und die Getränke sind (wie überall, da stimme ich zu) zu teuer - aber immerhin ausgewählt (Weine!) und perfekt serviert (Bier!).
Gebäck extra, na und? Wo das Gesamtpaket derart stimmig ist, macht mir das genau nix aus. Sicher kostet es was, im Gmoa zu essen, aber ich hatte noch nie das Gefühl geneppt worden zu sein. Das war damals bei den beiden alten Schachteln anders... ;-) (Ich entschuldige mich jetzt schon bei allen Enkeln, Nichten und Neffen, die das lesen!)
Die Räume sind lebendiges Museum, und so soll es sein. Gut besucht, das spielt für mich auch eine Rolle. Ein leeres Wirtshaus hat wenig Charme, und das ist auch so ein Teufelskreis, findet ihr nicht auch?
Die alte Dame mochte den Smutny lieber. Aber sie frisst die Krot und geht mit zum Gmoa - seit der Smutny zu ist, bleibt ihr eh nix anderes über. Sie isst kaum was, trinkt noch weniger - da kann sie freilich auf alten Legenden beharren. Aber sie gibt unwillig zu, dass das, was auf unseren Tellern ist, viel besser zu sein scheint als das, was weiland im Smutny serviert worden war.
12360AdErl, 13.01.10 @ 17:25
Genau.....dschungeltier
impfen könnten sie doch aus "Nächstenliebe"!!!! Oder? :-))))
Nahrungsmittel bzw. "Lebens"mittel sollen nichts kosten. Wovon sollen denn die Produzenten - ich spreche nicht vom Wirt oder LebensmittelHANDEL - überleben? Die Produzenten werden von den Handelsketten - so sie gewillt sind oder wegen der großspurigen Ausbaupläne der Betriebe - gezwungen sind - doch auch ausgepresst. Sobald der Betrieb die entsprechende Ausstattung nach Vorgaben der Handelsketten hat, werden doch die Preise gedrückt, bis sich der arme oder dumme Produzent nicht mehr rühren kann. Wenn der Prozess abgeschlossen ist, dann werden die Handelsketten die Lebensmittelpreise nach oben heben (ist eh schon der Fall). Wenn die zwei - drei Großen über bleiben, dann diktieren sie die Preise. Im Übrigen ist kein Konsument im Gasthaus gezwungen teuren Wein zu kaufen. Es hat doch jeder Entscheidungsfreiheit.
dschungeltier, 13.01.10 @ 15:55
der clevere eamon
gehört sicher zu den typen, die fragen, warum ich fürs impfen kassier, wo das ganze doch eh nur 2 minuten dauert
--- 04.09.18 @ 20:56
Über eine Monokultur aus Klonen künstlich geschaffener Lebewesen – über den Weinbau / PICCOLO: Aus einem alten "Spiegel" Artikel 30.10.1978 - Deutsche Winzer ziehen der Biene wegen den Zorn des Waldgängers Wellenstein auf... [mehr]
--- 04.11.17 @ 09:30
Über würdige, reife Weine / schischi: Mein persönliches Highlight - Uns hatte einmal ein Winzer, das muss so um 2010 gewesen sein, einen Weißwein... [mehr]
--- 09.10.17 @ 20:27
Was Chemtrail-Glaube und Biodynamischer Weinbau eint / OberkllnerPatzig: Feuer - Was man womöglich noch hinzufügen kann ist, dass manche Winzer, die sich rühmen,... [mehr]
--- 18.04.17 @ 12:49
Rauf die Preise! / PICCOLO: Schnell kommt man ans Bildermalen... - Doch schwer an Leute die es bezahlen. So salopp sagen, die Preise sollen rauf,... [mehr]
--- 13.10.16 @ 13:42
Rauf die Preise! / Meidlinger12: Beisl - z.b. das Quell kann noch immer das große Gulasch um 6,90 anbieten. Muß aber... [mehr]
Peter Gnaiger's Sternen-Logbuch --- 04.08.07 @ 20:16
Tischgespräche --- 11.05.07 @ 11:48
Das Gastlog --- 04.09.06 @ 16:45
Das Weinlog --- 16.04. @ 10:11
Christoph Wagner's Weblog --- 04.02.06 @ 13:33