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SPEISING Open

04.01.10 @ 00:08

Da sperrt der Wirt.

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Wir lesen in Postings, dass ein Wirt, der versucht hat, seine Künste leistbar anzubieten, zusperrt. Wir werden leider von weiteren in Folge lesen.

Gleichzeitig ereilen uns Beschwerden, dass der Wein gelegentlich zu teuer sei - non appropriate.
Wir wollen schwelgen, genießen, freuen uns über handwerklich perfekte und gustatorisch sensationelle Gerichte, empfehlen die Wirten weiter, die diesen Spagat - Hohe Qualität zu niedrigen Preisen - versuchen, und bedauern dann, dass diese wieder zusperren.
Ist das gerecht? Womit soll ein Gastronom eigentlich verdienen dürfen? Oder: Womit soll er sparen dürfen?

44 Kommentare | Kommentar abgeben

OberkllnerPatzig, 12.01.10 @ 12:54

Das all-you-can-eat Prinzip bestärkt die These, dass der Wirt an den Getränken verdient - und wenn er merkt, dass er mit den Speisen nicht über die Runden kommt, führt er ein Gedeck ein, legt 80 Cent auf die Getränke drauf und weist die KellnerInnen an, mehr Salat und Brot zu verkaufen. Oder?

Hirn_mit_Ei, 12.01.10 @ 12:05

@ OberkllnerPatzig
das essen in ö ist meistens zu billig und die getränke zu teuer und das liegt nicht nur an der steuer. ich habe es schon erlebt als man mit in der 3 husaren ein kleines bier um 7 euro verkaufen wollte. das ist lächerlich wenn es das gleiche bier ist wie in der bahnhofskantine (vielleicht besser gezapft). ich weiss, selber schuld wenn man da bier trinkt, aber ich hatte eben lust darauf.

aber auch bei einem x-beliebigen wirtn zahlt man fürs mittagsmenü zwischen 5,90 und 7,90. aber für einen apfelsaft mit leitungswasser auf 0,5 zwischen 2,50 und 3,20. das steht in keinem verhältnis.

in italien aber auch belgien, niederlande oder frankreich zahlt man für das essen vergleichsweise mehr, aber fürs trinken weniger. die endsumme auf der rechnung ist die gleiche, aber es entspricht eher der kostenwahrheit. insofern, ja, da gehe ich wieder hin. für eine flasche minerawasser zahlt man in wien zwischen 5 und 10 euro je nach lokal. in italien selten mehr als 2.

kurz. deshalb bin ich sehrwohl bereit für das essen mehr zu bezahlen. sozusagen leistungsbezogen.

walterkunz, 11.01.10 @ 23:53

Wirtshaus
Ich habe so den Eindruck, dass es in diesem Forum nicht so sehr um die ganz einfachen und billigen Wirtshäuser in der Vorstadt geht, sondern eher um die Betriebe der Mittelklasse, am Übergang vom gutbürgerlichen Gasthaus zum Restaurant.

Kein Gastronom hat es wirklich leicht, weder der Wirt eines gemeinen Beisls, noch der Patron eines Gourmettempels, und die ganze Bandbreite an Lokalen, die zwischen den beiden Extremen liegt.

Meidlinger12, 11.01.10 @ 23:22

Dem Untergang geweiht
Viele alte Wirten sperren dann auch einfach zu, weil es unmöglich ist das Lokal weiterzuführen.
Ich spreche von diesen Gasthäusern, wo das Schnitzel noch zwischen 6 und 7 Euro kostet, das Krügel Bier zwischen 2,50 und 3 Euro.
Für des Kunden Geldbörsel sind diese Lokale wunderbar, doch sind sie auf Dauer dem Untergang geweiht, denn mit dieser knappen Kalkulation, kann man einfach nichts investieren.

Die Lokale werden immer schmuddeliger und sehen immer heruntergekommener aus. Neue Gäste verirren sich nur sehr selten ins solche Lokale, da sie schon von aussen keinen guten Eindruck erwecken und es bleiben nur ein paar Stammgäste übrig.

Wenn so ein Lokal aber überlebt allein von seinen Stammgästen, dann ist es irgendwann trotzdem dem Untergang geweiht, denn so ein Lokal kann niemand übernehmen, ohne massive Umbauten, Investitionen und Preiserhöhungen durchzuführen.

Würde so ein Wirt aber vorher schon seine Preise ordentlich erhöhen um mal was in das Lokal stecken zu können, werden ihm die Stammgäste davonlaufen.

Also ein klassischer Teufelskreis.....

walterkunz, 11.01.10 @ 22:42

@ dschungeltier
Ehrliche Freundlichkeit mit einem kleinen Schuss Herzlichkeit, ohne Unterwürfigkeit, das sollte eigentlich eine Grundvoraussetzung für den Kellnerberuf sein. Die Kompetenz eines Kellners schlägt sich für den Wirt allerdings bei den Lohnkosten nieder, und für den Gast bei der Rechnung. Ein erfahrener Sommelier wird viel kosten, ein kundiger Weinberater auch nicht wenig. Nur der Kellner, der gerade zwischen Weiß und Rot zu unterscheiden weiß, wird kein Loch ins Personalbudget reißen.

Ich glaube, dass die Auswahl und Anzahl des Servicepersonals auch ein Spagat für den Wirt ist. Nicht zu viel Leute, weil das kostet, und nicht zu wenig Leute, weil die Qualität der Beratung und der Service leiden. Außerdem, jeder Tag ist anders, einmal sind unkomplizierte Gäste im Haus, da läuft’s wie am Schnürchen, und das nächste Mal wird es unrund, bei unentschlossenen und sekkanten Besuchern.

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